Wovchansk: Russische Truppen versuchen, ukrainische Einheiten einzukesseln – was das für die Front bedeutet

Der Kommunikationschef der Vereinigten Streitkräfte, Viktor Trehubov, berichtet über Flankenangriffe auf die südlichen Positionen im zerstörten Wovchansk. Wir analysieren die Risiken für die Logistik, mögliche Szenarien und was das für die Verteidigung der Region bedeutet.

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Вовчанськ (Фото: instagram.com/libkos)

Was passiert ist

Wovchansk in der Oblast Charkiw ist weitgehend zerstört, und russische Einheiten kontrollieren einen großen Teil der Stadt. In der Sendung des Tele-Marathons berichtete Wiktor Trehubov, Leiter der Kommunikationsabteilung der Gruppierung der Vereinigten Kräfte, dass der Gegner versucht, die ukrainischen Einheiten, die Positionen im Süden der Stadt halten, einzukesseln.

"Ein Großteil von Wovchansk ist jetzt, objektiv gesehen, eine Ruine. Und der größere Teil dieser Ruinen steht leider unter Kontrolle russischer Kräfte. Obwohl im Süden der Stadt eine ukrainische Präsenz erhalten bleibt, versucht der Feind, sie zu beseitigen"

— Wiktor Trehubov, Leiter der Kommunikationsabteilung der Gruppierung der Vereinigten Kräfte (Aussendung des Tele-Marathons)

Lage vor Ort

Laut Trehubov führt der Gegner Flankenangriffe durch, versucht, die Einheiten im Süden zu umgehen und sie zum Rückzug oder zur Einkesselung zu zwingen. Das Halten von Positionen in der zerstörten Stadt erschwert die Verteidigung und die Organisation der Versorgung.

Warum das wichtig ist

Eine Einkesselung ist nicht nur ein taktischer Erfolg des Gegners, sondern auch ein Schlag gegen die Logistik: abgeschnittene Zufahrtswege erschweren die Zufuhr von Munition, die Evakuierung Verwundeter und die Rotation der Kräfte. Gerade dieser Faktor entscheidet oft, ob eine Einheit ihre Position lange halten kann.

Der Vergleich mit Kupjansk, wo die Russen auf einige Häuser beschränkt sind und vom Hauptverband abgeschnitten sind, unterstreicht die Besonderheiten des Gebiets — in Wovchansk ist die Aufgabe aufgrund des Ausmaßes der Zerstörung und der Konzentration des Feindes schwieriger.

Was Experten sagen

Militärische Experten weisen auf zwei kritische Variablen hin: die Verfügbarkeit von Nachschublinien und die Möglichkeit, Reserven zu manövrieren. Wenn es dem Kommandeur gelingt, die Nachschubwege aufrechtzuerhalten und Gegenmaßnahmen gegen die Flanken des Feindes zu ergreifen, verringert sich das Risiko einer Einkesselung. Andernfalls können die Positionen unter erheblichen Druck geraten.

"Das heißt, einfach die ukrainischen Truppen im Süden der Stadt zu umgehen und sie zum Rückzug zu zwingen oder gar einzukesseln. Das gelingt nicht, aber sie versuchen es sehr aktiv. Dort ist es wirklich schwierig – in einer zerstörten Stadt ist es nicht einfach, eine Verteidigung aufrechtzuerhalten"

— Wiktor Trehubov, Leiter der Kommunikationsabteilung der Gruppierung der Vereinigten Kräfte

Fazit

Die Lage in Wovchansk zeigt, wie lokale taktische Aktionen breitere Folgen für die Front haben können. Das Ergebnis wird von der logistischen Widerstandsfähigkeit und der Geschwindigkeit der Entscheidungen der Führung abhängen: Die ukrainischen Einheiten halten sich zwar, aber die kommenden Tage werden kritisch sein. Ob es gelingt, den Druck zu verringern und die Initiative zu übernehmen — eine Frage, die sowohl die militärische Führung als auch die für die Versorgung zuständigen Partner aufmerksam verfolgen müssen.

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