EU beobachtet Reparatur der „Druzhba“: Zeitplan als Gradmesser für Energiesicherheit und politischen Druck

Die Reparatur der Ölpipeline „Druzhba“ ist nicht mehr nur eine technische Aufgabe — davon, wann sie wieder in Betrieb geht, hängt das Spektrum an Alternativen und die politische Reaktion Europas ab. Wir erklären, warum das gerade jetzt wichtig ist.

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Нафтопровід "Дружба" (Фото: уряд Угорщини)

Warum das wichtig ist

Europäische Hauptstädte verfolgen genau die Zeitpläne für die Wiederaufnahme des Betriebs der Ölpipeline «Дружба». Es geht dabei nicht nur um Logistik — vom Startdatum hängt ab, ob Ersatzlieferwege aktiviert werden, wie schnell die Länder Mitteleuropas sich von der politischen Abhängigkeit von russischem Öl lösen können und welche Verhandlungsposition die Ukraine in regionalen Abkommen einnehmen wird.

Was offizielle Quellen sagen

Am 17. Februar teilte die EU-Vertreterin Anna-Kaisa Ikonen mit, dass Brüssel in Kontakt mit Kiew bezüglich des Reparaturplans stehe und bereit sei, eine Koordinierungsgruppe einzuberufen, um alternative Wege der Kraftstoffversorgung auszuarbeiten.

"Wir stehen mit der Ukraine bezüglich der Zeitpläne für die Reparatur der Pipeline 'Дружба' in Kontakt und wie schnell sie wieder in Betrieb genommen werden kann"

— Anna-Kaisa Ikonen, EU-Vertreterin (laut Radio Svoboda)

Parallel dazu weist ein Bericht des Center for the Study of Democracy darauf hin, dass es keine technischen Hindernisse für eine Diversifizierung der Lieferungen in der Region gebe und dass die Fortsetzung von Ausnahmen für russisches Öl eher politischer als rein wirtschaftlicher Natur sei. Das bestätigt die Einschätzung von Experten, die in Fragen der Versorgung mehr politische Risiken als logistische sehen.

"Es gibt keine technischen oder wirtschaftlichen Gründe, die Ausnahmeregelung für russisches Öl in Mittelosteuropa zu verlängern. Die Aufrechterhaltung der Abhängigkeit Ungarns ist eine politische Entscheidung"

— Martin Vladimirov, Direktor des Programms Energie und Klima (Zitat aus dem Bericht des Center for the Study of Democracy)

Hintergrund: Angriffe und Logistik

Im Sommer 2025 erlitt die Pipeline Treffer an Pumpstationen in Russland (Unecha, 13. und 21. August) sowie an der Station „Nikolskoye“, was zu einer vorübergehenden Einstellung des Transports führte. Obwohl die Lieferungen Ende August wieder aufgenommen wurden, wurde der Betrieb der «Дружба» am 7. September erneut durch Schäden unterbrochen.

Am 16. Februar 2026 wandten sich Ungarn und die Slowakei an Kroatien mit der Bitte, den Transit russischen Öls über die Pipeline Adriа zu erlauben, was zeigt: kurzfristig suchen die Länder nach technischen Umgehungsmöglichkeiten, doch politische Entscheidungen bleiben ausschlaggebend.

Mögliche Folgen und Szenarien

Kann die Ukraine einen realistischen und kurzen Reparaturzeitplan vorlegen, stärkt das ihre Position: Die Wiederherstellung der Infrastruktur würde als Zeichen von Stabilität wahrgenommen, das der EU erlauben könnte, impulsive Zugeständnisse bei Sanktionen zu vermeiden. Verzögerungen hingegen könnten einzelne Länder dazu treiben, alternative Routen und vorübergehende politische Lösungen zugunsten von Lieferungen aus der Russischen Föderation schneller zu billigen.

Fazit

Die Reparatur der «Дружба» ist mehr als eine technische Aufgabe: Sie ist ein Test dafür, ob die Ukraine Infrastruktur als Hebel in Verhandlungen nutzen kann und wie schnell Europa zu einer koordinierten Reaktion fähig ist. Nun ist Kiew am Zug: Zeitplan und transparente Information der Partner werden entscheiden, ob die Angelegenheit technisch bleibt oder sich zu einem weiteren theatralischen Element politischen Drucks entwickelt.

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