UNESCO verurteilt Anschlag auf die Lawra – und nennt nicht, wer zugeschlagen hat

Die Organisation gab eine Erklärung zu Schäden an einem Weltkulturerbe ab, vermied aber das Wort „Russland". Das ukrainische Außenministerium nannte dies einen Mangel an Führungsverantwortung.

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Наслідки атаки (Фото: ДСНС)

Nach einem russischen Raketenangiff auf Kiew, der das Territorium des Kiewer Höhlenklosters – ein UNESCO-Welterbe – beschädigte, gab die Organisation eine Erklärung ab. Doch in dem Text fehlte jede Erwähnung dessen, wer den Angriff verübt hatte.

Die UNESCO äußerte sich „zutiefst besorgt" und forderte zum Schutz des Kulturerbes auf. Russland wurde in dem Dokument nicht namentlich genannt.

Das ukrainische Außenministerium reagierte heftig. Nach Aussagen von Minister Andrij Sybiha demonstrierte die Organisation „mangelnde Führungsqualitäten und institutionelle Schwäche" genau dann, wenn man von ihr eine klare Position erwartet hätte. Ohne Nennung des Aggressors werde die Erklärung zu einem bloßen Ritual statt zu einem Druckinstrument, betonte er.

Dies ist nicht der erste Fall dieser Art. Seit dem Beginn der großflächigen Invasion hat die UNESCO mehr als 300 beschädigte Kulturdenkmäler in der Ukraine dokumentiert. Die Organisation erfasst und koordiniert Missionen zur Schadensbeurteilung, vermeidet aber in ihren offiziellen Stellungnahmen systematisch die direkte Benennung der Verantwortung – mit Verweis auf ihre Satzungsneutralität und die Notwendigkeit, die Kommunikationskanäle mit allen Mitgliedstaaten, einschließlich Russland, offenzuhalten.

Das Problem ist nicht nur symbolischer Natur. Das internationale Humanitäre Völkerrecht – insbesondere die Haager Konvention von 1954 zum Schutz von Kulturgütern – sieht die Haftung von Staaten vor. Doch die Durchsetzung dieses Mechanismus hängt davon ab, ob internationale Institutionen bereit sind, den Verursacher öffentlich zu benennen. Wenn sie dies nicht tun, existiert die Norm nur auf dem Papier.

Das Kiewer Exarchat der Orthodoxen Kirche der Ukraine, das einen Teil des Klosterkomplexes nutzt, bestätigte Beschädigungen auf dem Gelände. Das genaue Ausmaß des Schadens wird noch ermittelt.

Die Frage bleibt offen: Wenn die UNESCO nicht einmal nach einem Angriff auf ein Objekt, das sie selbst in die Welterbeliste aufgenommen hat, den Aggressor benennt – welche konkreten Maßnahmen würden die Organisation dazu bewegen, dies zu tun?

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