Am 9. Juli teilte der Anwalt des Volksdeputierten Mykola Tischenko, Yaroslav Horbatenko, der Öffentlichen Rundfunkgesellschaft mit, dass die vom Höchsten Antikorruptionsgericht (WAKS) festgesetzte Kaution in Höhe von 10 Millionen Hrywnja eingezahlt worden sei. Gleichzeitig teilte das Pressebüro des Höchsten Antikorruptionsgerichts speziell für UNN mit, dass sie die Gelder nicht auf dem Konto sehen. Später erhielt LIGA.net eine Klarstellung vom WAKS: Die Überweisung läuft, auf dem Konto ist bereits ein Teilbetrag vorhanden — aber nicht die volle Summe.
Wer zahlte und warum ist dies eine Frage
Dem Bericht Horbatenkos zufolge stammte das Geld von zwei Personen: von Tischenko selbst und von einer anonymen dritten Person. Der Name des zweiten Zahlers wurde vom Anwalt nicht offengelegt — er erklärte, dass er keine Genehmigung seines Mandanten zur Veröffentlichung dieser Informationen habe, und präzisierte nicht die Verteilung der Summen zwischen ihnen.
«Nach den mir vorliegenden Informationen wurde die Kaution eingezahlt. Soweit mir bekannt ist, stammt das Geld direkt von Herr Mykola sowie von einer dritten Person. Mir liegen keine Informationen darüber vor, wer diese Person ist».
— Anwalt Tischenkos Yaroslav Horbatenko
Das Gericht betonte jedoch: Die Gesetzgebung verbietet nicht, Kautionen mit Mitteln von Dritten zu zahlen. Allerdings bleibt die Frage nach der Identität des anonymen Zahlers offen — besonders angesichts der Vorwürfe der Geldwäsche.
Drei Verdachtspunkte: Was das NAKU vorwirft
Am 29. Juni 2026 teilten das Nationale Antikorruptionsbüro (NAKU) und die Generalstaatsanwaltschaft (SAP) Tischenko gleichzeitig einen Tatverdacht nach drei Artikeln des Strafgesetzbuches mit. Nach Angaben der Ermittlung forderte der Abgeordnete im August 2023, unter dem Vorwand eines öffentlichen «Kampfes» gegen Call-Center, eine Person auf, die er für in diesen Geschäftszweig verwickelt hielt, und forderte über 1 Million Dollar. Für dieses Geld versprach er nach Angaben des NAKU, seinen Status als Abgeordneter zu nutzen: einigen Call-Centern zu helfen, anderen nicht im Weg zu stehen. Das Programm konnte nicht umgesetzt werden — der Abgeordnete erhielt das Geld nie.
Der zweite Verdachtspunkt betrifft Geldwäsche. Die Ermittlung geht davon aus, dass Tischenko 12,6 Millionen Hrywnja illegalen Ursprungs durch einen fiktiven Schenkungsvertrag mit seiner Ex-Frau legalisierte. Nach Angaben der Ermittler verfügte die Frau nicht über legale Einkommen für ein solches Geschenk, und es fand keine tatsächliche Geldübertragung statt — dennoch gab der Abgeordnete diese Summe in seiner jährlichen Erklärung als erhaltenes Einkommen an. Dies ist der dritte Verdachtspunkt: vorsätzliche Angabe offensichtlich falscher Informationen in der Erklärung.
Vorbeugungsmaßnahme und Berufung
Am 3. Juli ordnete das WAKS eine Vorbeugungsmaßnahme an: Kaution von 10 Millionen Hrywnja, elektronische Fußfessel, Abgabe des Auslandspasses und Verbot, Kyjiw zu verlassen. Die Staatsanwälte forderten, Tischenko in Haft zu nehmen, als Alternative mit einer Kaution von über 19 Millionen Hrywnja — das Gericht stimmte nur teilweise zu. Der Abgeordnete sollte die Gelder innerhalb von fünf Tagen einzahlen.
Bezüglich einer Berufung gegen die Entscheidung über die Vorbeugungsmaßnahme — die Verteidigung hat noch keine Entscheidung getroffen. Wie Horbatenko erklärte, erhielt die Verteidigungsseite den vollständigen Text der WAKS-Entscheidung erst am Abend des 8. Juli und studiert ihn derzeit. Tischenko selbst erkannte den Tatverdacht vor Gericht nicht an und nannte den Fall «beauftragt».
Falls das WAKS die Einzahlung der vollen Kautionssumme bestätigt, kann Tischenko bis zum Prozess auf freiem Fuß bleiben — aber die Anonymität des dritten Zahlers wird zum separaten Untersuchungsgegenstand: In einem Geldwäschefall ist die Quelle der Kaution keine Formsache.