Selenskyj: Verhandlungen sind nicht in einer Sackgasse, doch Russland hat die USA als Verhandlungsort abgelehnt

Der Präsident sagt, die Armee sei stärker als noch vor einem halben Jahr. Ein neues Treffen im trilateralen Format könnte in den nächsten Wochen stattfinden — wenn Moskau und Washington sich auf einen Ort einigen.

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Володимир Зеленський (Фото: Офіс президента)

Wolodymyr Selenskyj wies die Darstellung zurück, der Friedensprozess sei festgefahren. Bei einem Briefing im Präsidialamt sagte er: „Ich glaube nicht, dass wir in einer Sackgasse stecken“ — und erläuterte, warum.

Die US-Delegation reist derzeit wegen der Zuspitzung der Lage im Nahen Osten nicht aus den Vereinigten Staaten ab. Washington hat vorgeschlagen, das nächste trilaterale Treffen auf seinem Hoheitsgebiet abzuhalten. Russland lehnte ab und machte Gegenvorschläge – die Türkei oder die Schweiz. Wo genau das Treffen stattfinden wird, ist noch nicht vereinbart.

„Jetzt liegt der Ball bei den USA und Russland. Ich bin den USA sehr dankbar, dass sie dieses Format fortsetzen“, sagte Selenskyj und fügte hinzu, dass er auf ein neues Treffen in den kommenden Wochen hoffe.

Parallel dazu machte der Präsident eine Aussage zum Zustand der Armee: Seiner Aussage nach sind die ukrainischen Streitkräfte heute stärker als vor sechs Monaten. Diese Aussage traf er, ohne Details zu konkreten Kennzahlen — Personalstärke, Bewaffnung oder Frontverlauf — zu nennen.

Die faktische Problematik ist hier offensichtlich: Die Verhandlungen finden in einem Format statt, in dem die Ukraine dem Tagungsort zustimmt, ihn aber nicht auswählt — das ist die Prärogative der beiden anderen Seiten. Kiew wartet, bis Moskau und Washington sich untereinander über den Verhandlungsort einigen, an dem auch die Ukraine teilnehmen wird.

Wenn Russland tatsächlich die Türkei oder die Schweiz auswählt und das Treffen stattfindet, wird sich zeigen, ob das Dreierformat in der Lage ist, ein verbindliches Ergebnis zu erzielen und nicht nur die Tatsache des Treffens selbst.

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