Was passiert ist
Am 20. Januar teilte das Nationale Militär-Gedenkfriedhof mit, dass Володимир Петров entlassen wurde — Haupteigentümer und Moderator des Fernsehsenders «Ісландія», der in der Einrichtung als leitender Spezialist der Abteilung für Kommunikation und Informationstechnologien gearbeitet hatte. In der Mitteilung der Verwaltung heißt es, dass die Entlassung auf Grundlage seiner persönlichen Erklärung erfolgt sei und ordnungsgemäß ausgestellt wurde.
"Die Entlassung erfolgte auf Grundlage der persönlichen Erklärung des Mitarbeiters und wurde in der gesetzlich vorgeschriebenen Form vorgenommen"
— Національне військове меморіальне кладовище (offizielle Mitteilung)
Kontext und Vorwürfe
Am 12. Januar erklärte der Abgeordnete der Partei «Голос» Ярослав Железняк, dass Петров angeblich seit dem 31. Juli 2025 Mitarbeiter des Gedenkfriedhofs gewesen sei, dadurch eine „Reservierung“ bis zum 21. Januar 2026 gehabt habe und aus dem Staatshaushalt 70 000 грн Gehalt erhalten habe. Железняк bringt diese Handlungen mit der Arbeit für bestimmte politische Kreise in Verbindung.
"Петров з 31 липня 2025 року був співробітником Національного військового кладовища, мав завдяки цьому бронювання до 21 січня 2026-го й отримав 70 000 зарплати з державного бюджету"
— Ярослав Железняк, народний депутат
Nach Angaben Железняка hatte ein anderer Moderator von «Ісландія», Сергій Іванов, eine ähnliche «Reservierung» bei der Privatfirma STARTEC INDUSTRIES — einem Auftragnehmer staatlicher Energieunternehmen, darunter Енергоатом. Die Strafverfolgungsbehörden verbanden die Person Іванов im November 2025 mit einer umfangreichen Korruptionsermittlung im Rahmen der Operation «Мідас» (dem sogenannten «Міндічгейт»).
Reaktion der Behörden und Folgen
Am 16. Januar teilte die Leiterin des Ministeriums für Veteranenangelegenheiten, Наталія Калмикова, mit, dass das Ministerium ein dienstliches Ermittlungsverfahren gegen die Leitung der Gedenkstätte eingeleitet habe, nachdem Informationen über Reservierungen bekannt geworden seien. Das deutet darauf hin, dass die Prüfung nicht nur einzelne Amtspersonen betreffen wird, sondern auch die prozedurale Seite — wie und von wem solche Anstellungen und Zahlungen vorgenommen wurden.
"Das Ministerium hat ein dienstliches Ermittlungsverfahren zur Arbeit der Leitung dieser staatlichen Einrichtung nach den Informationen über die Reservierung von Петров eingeleitet"
— Наталія Калмикова, Leiterin des Ministeriums für Veteranenangelegenheiten
Warum das wichtig ist
Es geht nicht nur um ein Gehalt oder eine Personalentscheidung. Gedenkeinrichtungen sind Institutionen des Vertrauens: Sie bewahren die Erinnerung an die Gefallenen und arbeiten mit Veteranen und deren Familien. Informationen über mögliche Missbräuche bei «Reservierungen» oder Zahlungen untergraben dieses Vertrauen und werfen Fragen zur systemischen Transparenz staatlicher Einrichtungen während des Kriegsrechts auf.
Wie es weitergeht
Das dienstliche Ermittlungsverfahren soll mehrere Schlüsselfragen beantworten: Gab es Verstöße bei den Einstellungsverfahren, wer traf die Entscheidungen über die «Reservierungen» und welche personellen und rechtlichen Konsequenzen werden folgen. Für die Öffentlichkeit ist es wichtig, dass die Prüfung unabhängig und öffentlich ist — nur so lässt sich das Vertrauen in die Institution wiederherstellen, die sich um das nationale Gedenken kümmert.
Kurz: die Entlassung Петрова ist kein Einzelfall, sondern ein Indikator, der transparente Antworten erfordert. Ob die eingeleitete Überprüfung in konkrete Entscheidungen mündet, hängt nun von den Ergebnissen der Untersuchung und vom politischen Willen der Kontrollorgane ab.