Der FSB der RF hat einen Punkt in einem Fall gesetzt, der von Anfang an wie eine demonstrative Inszenierung aussah: Die endgültigen Anschuldigungen erhielten Denis Popovich und Nikita Iwankovich, denen die Vorbereitung eines Attentats auf den Metropoliten von Simferopol und der Krim Tichon (Schewkunow) vorgeworfen wird — eine Person, die jahrelang als persönlicher Beichtvater Putins bezeichnet wird.
Popovich figuriert nun zusätzlich in einem Fall über die Unterstützung des Feindes und die Teilnahme an terroristischem Training. Iwankovich wird Hochverrat vorgeworfen. Beiden wurden früher nur illegale Waffenhandelsdelikte vorgeworfen.
Warum gerade diese beiden
Popovich — ein Ukrainer, der im Stritenskij-Kloster lebte und persönlicher Sekretär und Schatzmeister Tichons war. Das heißt, eine Person mit maximalem Zugang zum engsten Kreis des einflussreichen Hierarchen. Iwankovich studierte mit ihm am gleichen geistlichen Seminar, hatte aber keine direkte Verbindung zum Metropoliten.
Genau diese Asymmetrie — einer nah bei Tichon, der andere nicht — ist der praktische Schlüssel zum Fall: Der FSB brauchte nicht nur einen „Ausführenden", sondern auch eine Verbindungskette, die man als Netzwerk bezeichnen kann. Der Verrat des einen zieht automatisch Anschuldigungen gegen den anderen nach sich, auch wenn es keine echte operative Verbindung zwischen ihnen gibt.
Folter als Beweismittel
Beide Angeklagten bestreiten ihre Schuld und behaupten, dass ihre Aussagen unter Folter extrahiert wurden.
Dies ist nicht der erste und nicht der letzte Fall, in dem in russischen Fällen über „ukrainische Agenten" Geständnisse, die unter Zwang erzwungen wurden, zum Schlüsselbeweis werden. Der praktische Aspekt hier ist einfach: In einem System, in dem das Gericht die Herkunft von Aussagen nicht überprüft, wird jedes Geständnis rechtlich ausreichend — unabhängig davon, wie es erlangt wurde.
Funktion des Falls statt Fakten
Metropolit Tichon gilt als einer der einflussreichsten Hierarchen der RKK und eine Person mit direktem Zugang zum Kreml. Ein Attentat auf ihn — ein Szenario, das gleichzeitig ermöglicht: die „Heimtücke" der ukrainischen Geheimdienste zu zeigen, die Kontrolle innerhalb der RKK zu rechtfertigen und von internen Konflikten in der kirchlichen Führungsspitze abzulenken.
Die Frage, die offen bleibt: Wird in diesem Fall wenigstens ein Beweis auftauchen, der nicht auf unter Druck erzwungenem Geständnis basiert — und hat solch eine Anforderung überhaupt Bedeutung für ein russisches Gericht.