Nach 72 Spielen der Gruppenphase der WM 2026 hat der Supercomputer Opta seine Prognosen überarbeitet: Das Modell simulierte das verbleibende Turnier 25.000 Mal und gab eine aktualisierte Rangliste der Chancen für alle 32 Mannschaften aus, die sich für die K.o.-Runde qualifizierten.
Was sich geändert hat und warum das kein Zufall ist
Vor dem Turnierbeginn setzte Opta auf Spanien an erster Stelle — 16,1% auf den Pokal. Frankreich folgte mit 13%. Aber nach der Gruppenphase hat sich die Situation geändert: Frankreich stieg auf 18,7%, Argentinien — 16,3%, Spanien — 13,5%. In die Top 5 gelangten auch England (9,7%) und Brasilien (6,5%).
Der Grund für die Verschiebung ist konkret. Wie Opta Analyst anmerkt, gewannen die Franzosen alle drei Spiele der Gruppenphase — zum ersten Mal seit 1998, als sie Weltmeister auf heimischem Boden wurden. Zusammen mit ihnen absolvierten nur Argentinien und Mexiko eine fehlerlose Gruppenphase.
„Frankreich startete das Turnier als zweiter Favorit mit 13% Chancen. Nach einer makellos überstanden Gruppenphase rückte es an die erste Stelle vor mit 18,7%".
Opta Analyst
Was das Modell nicht berücksichtigt — und das ist wichtig
Der Algorithmus von Opta basiert auf realen Indikatoren: erwartete Tore, Qualität der Chancen, Turnierstruktur. Aber es gibt einen Haken: Das Modell simuliert wahrscheinliche Szenarien, sagt aber keine konkreten Spiele voraus. Von 25.000 Simulationen gewann sogar Haiti die WM 2026 einmal — und das ist in der Methodik verankert.
Darüber hinaus haben drei Gastgeberländer — USA, Mexiko, Kanada — minimale Chancen auf den Pokal trotz Heimunterstützung. Die USA sind von den drei optimistischsten, aber nach Optas Berechnung sind das weniger als 1,2% auf die Meisterschaft.
K.o.-Baum: Wo die echten Risiken liegen
Ein aussagekräftiger Punkt — Argentinien mit Messi trifft in der ersten K.o.-Runde auf Jordanien, was eine komfortable Auslosung ist. Frankreich hingegen kam gegen Schweden. Gerade Aufeinandertreffen von Favoriten in frühen Runden können die Chancen von wem auch immer rapide zusammenbrechen — und das ist das, was 25.000 Simulationen berücksichtigen, aber was immer Platz für Überraschungen lässt.
- Frankreich — 18,7% (gestiegen von 13% vor dem Start)
- Argentinien — 16,3% (amtierender Weltmeister, drei Siege in der Gruppe)
- Spanien — 13,5% (gefallen von Platz eins)
- England — 9,7%
- Brasilien — 6,5%
Das Modell vermerkt auch: Nur in 35,9% der Simulationen ist der Gewinner der WM 2026 eine neue Mannschaft, die noch nie gewonnen hat. Das heißt, in zwei von drei Szenarien kehrt der Pokal in die Hände bekannter Namen zurück.
Die Schicksalsfrage
Wenn Frankreich in den Achtelfinalen auf Spanien oder Argentinien trifft — und die Auslosung schließt das nicht aus — wird der Algorithmus gezwungen sein, die Wahrscheinlichkeiten radikal umzuschreiben. Wird die französische Mannschaft ihren Favoritenstatus genau dann bestätigen, wenn die Simulationen enden und der echte Fußball beginnt?