ISU ließ Russen und Weißrussen aufs Eis zurück – je einer pro Disziplin, ohne Flagge, aber mit Ticket nach Mailand

Die Internationale Eislaufunion hat den Weg zu Qualifikationswettbewerben vor Olympia 2026 geebnet und dabei strikte Limits festgelegt: pro Disziplin nur einen neutralen Athleten pro Land. Der Überprüfungsmechanismus existiert, doch seine Grenzen werden bereits angefochten.

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Der Rat des Internationalen Eislauf-Verbandes (ISU) hat es Athleten aus Russland und Weißrussland erlaubt, auf das internationale Eis zurückzukehren – allerdings nicht als Vertreter ihrer Länder. Die Entscheidung betrifft nur bestimmte Qualifikationsturniere für die olympische Auswahl für die Saison 2025/26 und ist klar an die Spiele in Mailand und Cortina 2026 gebunden.

Was genau wurde erlaubt – und was nicht

Das Teilnahmeformat ist streng begrenzt. Wie in der offiziellen ISU-Erklärung angegeben, können je ein neutraler Athlet (oder Paar oder Tanzpaar) von jedem Verband – Russland und Weißrussland – in jedem der ausgewählten Wettkämpfe antreten. Keine Teamformate, keine Staffeln.

Auf dem Eis wird es keine Nationalflaggen, Hymnen und Symbole geben. Dieselben Anforderungen gelten für Trainer, Schiedsrichter und das gesamte Betreuungspersonal, berichtet idman.biz.

„Die Teilnahme ist nur möglich, wenn es keine Beweise für Verstöße gegen den neutralen Status der Athleten gibt, was die Priorität des fairen Sports auf dem Eis unterstreicht"

— offizielle ISU-Erklärung

Drei Jahre Sperre und warum gerade jetzt

Die Sperre galt seit 2022 – unmittelbar nach der vollständigen russischen Invasion in die Ukraine. Die ISU hielt sie länger als das IOK: Sogar als das Internationale Olympische Komitee Verbänden empfahl, einen Weg für neutrale Athleten zu schaffen, behielt die ISU das Verbot bei Weltmeisterschaften und anderen großen Turnieren bei, wie Forbes berichtet.

Die praktischen Auswirkungen spürten nicht nur Russen. Wie Forbes schreibt, entstand nach 2022 im Fraueneiskunstlauf eine neue Ära der japanischen und amerikanischen Dominanz – dort, wo Russland zuvor bei drei aufeinanderfolgenden Olympiaden Gold geholt hatte.

Es gibt Kontrolle – aber Fragen bleiben

Die ISU hat ein separates Antidoping-Programm für neutrale Athleten eingeführt und verpflichtet sich, öffentliche Äußerungen und Auftritte von Sportlern auf Unterstützung der Invasion zu überprüfen. Genau dieser Mechanismus ist der umstrittenste.

Nach Angaben von sports-radar.com gibt es bereits jetzt bei mehreren zugelassenen neutralen Athleten öffentliche Fragen: Abos von Kriegsbefürworter-Bloggern, Teilnahme an pro-militärischen Veranstaltungen, Symbole in sozialen Netzwerken. Kyiv Post vermerkt, dass der Druck auf die Verbände wächst: Neutralität wird zunehmend nicht nur als Abwesenheit einer Flagge, sondern auch als Abwesenheit aktiver Mitverantwortung verstanden.

  • Aktiver Militärvertrag – Grund für Ausschluss
  • Öffentliche Unterstützung der Invasion – Grund für Ausschluss
  • Überprüfung durch ein dreiköpfiges IOK-Gremium, nicht von der ISU allein

Bemerkenswert ist, dass parallel dazu auch FISU – der Universitätssportverband – Russen und Weißrussen zu Wettkämpfen zurückgebracht hat und sich dabei auf dieselben IOK-Empfehlungen für junge Athleten beruft.

Was kommt als nächstes

Nach Angaben von Forbes findet im Juni 2025 der ISU-Kongress statt, auf dem die Frage der vollständigen Aufhebung der Sperre – bereits außerhalb der olympischen Qualifikation – diskutiert werden könnte. Falls dies geschieht, werden Russen auch bei Weltmeisterschaften zurückkehren.

Die eigentliche Frage liegt nicht bei den Flaggen – sondern darin, ob der Überprüfungsmechanismus der ISU den konkreten Druck standhalten kann: Sollte auch nur ein zugelassener Athlet öffentlich überführt werden, die Invasion zu unterstützen, nachdem die Wettkämpfe bereits begonnen haben, wird das Vertrauen in das gesamte System des neutralen Status bis zum Beginn der Olympiade selbst gefährdet sein.

Weltnachrichten