Was passiert ist
Der 24‑jährige Stürmer der zweiten Mannschaft des FC „Kolos“, Danilo Kolesnyk, geriet in den Mittelpunkt eines Skandals, nachdem ein Video im Netz auftauchte, das zeigt, wie er einen Mitarbeiter des Territorialen Rekrutierungszentrums (TЦК) schlägt. Das Video wurde zunächst im Instagram‑Account des Spielers veröffentlicht — später gelöscht und der Account auf privat gestellt, doch Kopien verbreiteten sich schnell auf anderen Plattformen. Über den Vorfall berichtet UNN mit Verweis auf die offizielle Stellungnahme des Vereins.
Reaktion des Vereins
"Der Fußballklub 'Kolos' und persönlich der Präsident des Vereins, Andrij Zasukha, entschuldigen sich gegenüber der ukrainischen Gemeinschaft und insbesondere vor unseren Streitkräften... Derzeit ist der Spieler vom Trainingsbetrieb suspendiert und wird heute aus dem Team 'Kolos‑2' entlassen. Der FC 'Kolos' verurteilt prinzipiell jegliche Formen von Gewalt und rechtswidrigem Verhalten..."
— offizielle Stellungnahme des FC „Kolos“ (Facebook), zitiert von UNN
Der Verein reagierte schnell: Der Spieler wurde vorübergehend vom Training ausgeschlossen und über die Absicht informiert, das Arbeitsverhältnis zu beenden. In der Erklärung wurde die Unakzeptabilität von Gewalt betont, insbesondere gegenüber Militärangehörigen — ein Aspekt, der während des Krieges besondere gesellschaftliche Resonanz hat.
Reaktion des TЦК und gesellschaftliche Resonanz
"Nach seinen anthropometrischen Daten eignet sich der Stürmer der zweiten Mannschaft von Kolos... völlig für die Luftlandungs‑ und Sturmtruppen. Und warum sollte der junge Mann nicht einen Vertrag unterschreiben, ohne auf die Mobilmachung und das Erreichen des Einberufungsalters zu warten, um seine Wut im Kampf gegen den Feind zu entladen"
— Mitteilung des Territorialen Rekrutierungszentrums der Oblast Kiew
Die Stellungnahme des TЦК fügte der Debatte einen politischen und ethischen Akzent hinzu: Teile des Publikums interpretierten den Vorfall als Anlass, über die Verantwortung öffentlicher Personen und mögliche Wege der Wiedergutmachung durch Dienst zu sprechen, andere sahen darin ein Signal für ernsthafte disziplinarische und rechtliche Konsequenzen. Kopien des Videos kursierten schnell in den sozialen Netzwerken und erhöhten den Druck auf den Verein.
Kontext und Folgen
Warum das wichtig ist. In Kriegszeiten stehen Verhaltensstandards von Repräsentanten institutioneller Bereiche — von der Regierung bis zum Sport — unter besonderer Beobachtung. Gewalttätige Handlungen untergraben das Vertrauen in den Verein, schädigen den Ruf der Mannschaft und können rechtliche Konsequenzen für den Spieler haben.
Wie es weitergeht. Die offizielle Suspendierung und die angekündigte Entlassung sind der erste Schritt; weitere Maßnahmen seitens der Strafverfolgungsbehörden und der Fußball‑Instanzen sind möglich. Für Vereine ist dies ein Signal für die Notwendigkeit klarerer ethischer Regeln und präventiver Kommunikation.
Zum Spieler
Danilo Kolesnyk (Jahrgang 2001), zentraler Stürmer. In der Saison für «Kolos‑2» absolvierte er 16 Spiele und erzielte 6 Tore; zuvor spielte er für «Mynai», «Livyi Bereh» und VPK‑Agro. In seiner Biographie gibt es auch einen Vorfall aus dem Jahr 2022: Bei einem Trainingslager in der Türkei war er in einen Konflikt mit Spielern des russischen „Shinnik“ verwickelt, als er eine Reinigungskraft des Hotels verteidigte — damals wurde sein Eintreten für das Personal anders bewertet.
Frage an die Leser: Ist die Reaktion des Vereins ausreichend, um Vertrauen wiederherzustellen, und welche Rolle sollen Vereine und Ligen bei der Formung beruflicher Ethik in einer nationalen Krise spielen?