Neutrale Athleten aus Russland und Belarus zur Schlussfeier der Olympischen Spiele 2026 zugelassen – was bedeutet das für die Ukraine?

Die BBC berichtet: Als individuelle neutrale Athletinnen und Athleten (AIN) aus Russland und Belarus dürfen sie bei der Abschlussfeier in Verona anwesend sein — ohne Flaggen und nationale Symbole. Wir erklären, warum eine technische Entscheidung zum politischen Symbol wird.

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Kurz

Laut BBC dürfen individuelle neutrale Athletinnen und Athleten (AIN) aus Russland und Belarus an der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand–Cortina (Verona) teilnehmen, auch wenn sie bei der Eröffnungsfeier nicht anwesend waren. Das ermöglicht ihnen, das Stadion als Teil einer gemeinsamen Gruppe zu betreten — da die Teilnehmenden bei der Schlussfeier traditionell nicht nach Ländern getrennt werden.

Was genau erlaubt wurde und welche Beschränkungen bestehen

Nach Angaben der BBC und UNN ist es AIN-Athletinnen und -Athleten gestattet, bei der Schlussfeier anwesend zu sein, allerdings mit klaren Einschränkungen: Sie dürfen keine Flaggen oder nationalen Farben zeigen, und ihre Ergebnisse werden nicht in der offiziellen Medaillenstatistik aufgeführt. Bei der Eröffnung waren russische und belarussische Sportler nicht in der Parade der Nationen vertreten.

"Individuelle neutrale Athletinnen und Athleten (AIN) werden bei der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele Mailand‑Cortina anwesend sein können, auch wenn sie bei der Eröffnung nicht dabei waren... Bei der Schlussfeier werden die Athletinnen und Athleten jedoch traditionell nicht nach Ländern getrennt, sondern treten stattdessen als Gruppe ins Stadion in Verona ein"

— BBC (Bericht)

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Die Entscheidung wirkt technisch, hat jedoch eine politische Dimension. Zum einen liefert die Anwesenheit der AIN — selbst ohne Symbolik — russischen und belarussischen Medien Material für die innenpolitische Erzählung von einer „Rückkehr in den Sport“. Zum anderen ist es für die internationale Gemeinschaft ein Signal: Sanktionen gegen staatliche Teilnahme bleiben bestehen, doch Ausnahmen für Einzelpersonen lassen eine feine Grenze zwischen sportlicher Neutralität und Normalisierung zu.

Experten für sportliche Diplomatie weisen darauf hin, dass gerade das Format der Zeremonie (Einzug als Gruppe, fehlende nationale Identifikation) der prozedurale Hebel sei, der es erlaubt, die Prinzipien der Inklusion von Sportlern mit der Beschränkung staatlicher Propaganda zu verbinden. Dies ist ein kompromissorientierter Ansatz des Internationalen Olympischen Komitees, der für einen Teil der Staaten und der Öffentlichkeit nicht zufriedenstellend sein könnte.

Reaktionen und Folgen

Quellen berichten, dass die Ukraine plant, einige Zeremonien bei einzelnen Sportveranstaltungen im Jahr 2026 zu boykottieren; dies ist Teil des diplomatischen Drucks, der Politik mit Fragen von Sicherheit und Symbolik verbindet. Für Kiew ist es wichtig, dass solche technischen Entscheidungen nicht zu einem Instrument werden, die Verantwortung des Aggressors ohne politische Konsequenzen zu mildern.

Kurze Prognose

Dieser Fall ist ein Beispiel dafür, dass in großer Diplomatie und im Sport nicht laute Schritte, sondern Verfahrensdetails entscheidend sind. Die Ukraine und ihre Partner sollten genau verfolgen, wie diese Formate im Medienraum und auf den heimischen Informationsmärkten genutzt werden, und klare Antworten ausarbeiten: von diplomatischen Demarchen bis hin zu Informationskampagnen, die die prinzipielle Ablehnung einer Normalisierung staatlicher Aggression betonen.

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