Trump möchte einen weiteren US-Präsidentschaftswahlkampf – und weiß bereits, wen er nicht einladen wird

Bei einem Empfang im Trump Tower forderte der US-Präsident die FIFA öffentlich auf, das nächste Weltturnier ausschließlich auf amerikanischem Territorium auszutragen – ohne Kanada und Mexiko. Im Hintergrund spielen Handelskriege, eine persönliche Freundschaft mit Infantino und ein bereits vorliegender Plan für 2038 eine Rolle.

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Am 17. Juli, zwei Tage vor dem Finale zwischen Spanien und Argentinien, versammelte Donald Trump die FIFA-Führung in seinem New Yorker Hochhaus und tat das, was er am besten kann: er kündigte das Gewünschte als bereits entschieden an.

«Sie sollten die Vereinigten Staaten von Amerika erneut wählen. Dieses Mal — ohne Kanada und Mexiko».

Donald Trump, Empfang im Trump Tower, New York, 17. Juli 2026

Formal ist dies nur ein Wunsch — die FIFA hat das Bewerbungsverfahren für Turniere nach 2034 noch nicht eröffnet. Aber der Kontext macht die Aussage zu mehr als nur sportlicher Rhetorik.

Warum gerade jetzt

Die Weltmeisterschaft 2026 — gemeinsam von USA, Kanada und Mexiko ausgetragen — findet vor dem Hintergrund einer Zolskrise statt: Bereits Anfang Juni, buchstäblich wenige Stunden vor dem Eröffnungsspiel des Turniers, stellte Trump öffentlich die Fortsetzung des USMCA-Handelsabkommens zwischen den drei Ländern in Frage. Das Fußballfest und der wirtschaftliche Konflikt existierten den ganzen Monat parallel nebeneinander. Der Ausschluss der Partner aus der Bewerbung für das nächste Turnier ist eine logische Fortsetzung derselben Linie: die USA als einziges Zentrum, die Nachbarn als abhängige Vertragspartner.

Trump enthüllte auch, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino ihm persönlich die Idee eines gemeinsamen Turniers zwischen den USA und China vorgeschlagen hatte. Trump kommentierte dies im Scherz — die Spieler würden «einen wunderschönen kurzen Flug zwischen den Spielen» haben — aber die Tatsache selbst, dass ein solches Szenario auf Ebene von Staatschefs und Sportfunktionären diskutiert wird, zeugt vom geopolitischen Gewicht des Turniers.

Infantino als Faktor

Trumps persönliche Nähe zu Infantino hat die FIFA bereits während dieser Weltmeisterschaft Reputation gekostet. Nachdem der amerikanische Stürmer Folarin Balogun in einem Spiel gegen Bosnien die rote Karte erhielt, rief Trump persönlich den FIFA-Präsidenten an und bat um eine Überprüfung der Entscheidung. Die FIFA hob die Sperre auf — und Balogun spielte gegen Belgien. CNN-Analysten charakterisierten dies als Umwandlung eines Streits über Schiedsrichterentscheidungen im Fußball zu einem «internationalen Zwischenfall». Bei dem Empfang im Trump Tower dankte Trump Infantino offen: «Sie haben noch eine weitere großartige Entscheidung getroffen».

2038: Die Mathematik ist bereits für die USA gemacht

Trump wirbt für etwas, das nach geltenden FIFA-Regeln fast unvermeidlich ist. Aufgrund des Rotationssystems werden Regionen, die Turniere 2030 (Europa, Afrika, Südamerika) und 2034 (Asien) ausrichten, 2038 kein Bewerbungsrecht haben. Die einzigen zulässigen Kandidaten sind Nord- und Zentralamerika, die Karibik und Ozeanien. Der Leiter der Arbeitsgruppe des Weißen Hauses zum Thema Weltmeisterschaft, Rudy Giuliani, spricht bereits öffentlich von einer amerikanischen Bewerbung für 2038.

  • WM 2030: Spanien, Portugal, Marokko (Eröffnungsspiele — Argentinien, Paraguay, Uruguay)
  • WM 2034: Saudi-Arabien
  • WM 2038: Gastgeber nicht bestimmt, offizielles Bewerbungsverfahren nicht eröffnet

Die Frage ist nicht, ob die USA die WM 2038 ausrichten wollen — das ist bereits auf Verwaltungsebene entschieden. Die Frage ist, ob die FIFA zustimmen wird, Kanada und Mexiko aus der Bewerbung auszuschließen, zu einem Zeitpunkt, in dem die drei Länder noch rechtlich durch ein Handelsabkommen verbunden sind, das Trump öffentlich in Frage stellt. Wenn das USMCA bis 2027 aufgelöst oder wesentlich überarbeitet wird, steigt die Wahrscheinlichkeit einer rein amerikanischen Weltmeisterschaft stark an.

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