Entscheidung und Quelle
Der Minister für Jugend und Sport Матвій Бідний teilte auf seiner Facebook-Seite mit, dass ukrainische Amtsträger nicht zu den Paralympischen Spielen reisen und nicht an der Eröffnungsfeier sowie anderen offiziellen Veranstaltungen teilnehmen werden. Darüber berichtet УНН, das die offizielle Erklärung des Ministers wiedergibt.
„Als Reaktion auf die empörende Entscheidung der Organisatoren der Paralympischen Spiele, Russen und Belarussen die Teilnahme unter ihren Nationalflaggen zu erlauben, werden ukrainische Amtsträger nicht zu den Paralympischen Spielen reisen“
— Матвій Бідний, Minister für Jugend und Sport der Ukraine
Nach Angaben des Ministers wird die Ukraine auch bei anderen offiziellen Veranstaltungen nicht vertreten sein. Bidnij dankte den Vertretern der Regierungen der „freien Welt“, die seiner Aussage zufolge ebenfalls planen, diese Veranstaltungen zu ignorieren.
Kontext: warum es dazu kam
Die Entscheidung wurde dadurch ausgelöst, dass die Organisatoren Athleten aus Russland und Belarus die Teilnahme unter ihren Nationalflaggen gestatteten. Zuvor hatte die Ukraine das Internationale Paralympische Komitee (IPC) aufgefordert, Russland und Belarus keine öffentliche Plattform zu bieten – dies war Teil diplomatischer Appelle und der öffentlichen Position Kiews.
Ein solcher Schritt der Regierung ist nicht nur eine emotionale Reaktion: Er stellt den Versuch dar, politischen und reputativen Druck auf die Organisatoren auszuüben und die Aufmerksamkeit der Partner auf die Frage der Legitimation des Aggressorstaates auf internationalen Sportbühnen zu lenken.
Was das praktisch bedeutet
Kurzfristig ist es ein Signal der Solidarität mit ukrainischen Parasportlern und eine politische Reaktion auf das IPC. Mittelfristig ist es ein Test dafür, ob internationale Institutionen bereit sind, die ethischen und sicherheitsbezogenen Anforderungen von Staaten zu berücksichtigen, die Opfer von Aggression geworden sind.
Es besteht das Risiko, dass sich der diplomatische Boykott vorrangig gegen offizielle Delegationen richtet und die Sportlerinnen und Sportler nicht direkt trifft, doch die reputativen Kosten für die Organisatoren und zusätzlicher Druck seitens der Partner könnten eine Neubewertung der Entscheidungen oder zumindest eine öffentliche Debatte darüber begünstigen.
„Wir kämpfen weiter!“
— Матвій Бідний, Minister für Jugend und Sport der Ukraine
Fazit
Diese Entscheidung ist ein Instrument des diplomatischen Drucks: Jetzt sind die Partner und das IPC gefragt — werden sie Erklärungen in konkrete Maßnahmen umsetzen. Für die Ukraine geht es nicht nur um emotionale Wahrheiten, sondern um die Fähigkeit, systemische Veränderungen in der Herangehensweise an den internationalen Sport während einer Aggression zu erreichen.