Eine Auszeichnung als staatliche Geste: Was hinter dem Dekret Nr. 119/2026 steht
Durch das Dekret des Präsidenten der Ukraine Nr. 119/2026 erhielt Владислав Гераскевич den Orden der Freiheit „für selbstloses Dienen des ukrainischen Volkes, bürgerlichen Mut und Patriotismus bei der Verteidigung der Ideale von Freiheit und demokratischen Werten“. Diese Entscheidung wurde nach der aufsehenerregenden Disqualifikation des Sportlers bei den Olympischen Spielen 2026 veröffentlicht.
Das IOC entzog Гераскевич das Startrecht vor seinem ersten Lauf wegen seines „Gedenkhelms“ — eines Attributs, das der Sportler als Ausdruck der Ehrerbietung gegenüber den gefallenen ukrainischen Sportlern und Helden erklärte. Der Athlet hat bereits angekündigt, die Entscheidung beim Sport-Schiedsgericht (CAS) anzufechten.
„Diese Entscheidung des IOC ist moralisch entsetzlich.“
— Володимир Зеленський, Präsident der Ukraine
„Die Disqualifikation — der Preis der Würde.“
— Владислав Гераскевич, Skeletonfahrer
Warum das wichtig ist: Erstens ist die Auszeichnung eine klare innenpolitische Botschaft: der Staat unterstützt seinen Sportler nicht nur mit Worten, sondern auch mit einer Auszeichnung höchsten Ranges. Zweitens ist sie ein Instrument äußeren Drucks: die offizielle Anerkennung macht den Fall öffentlicher und verleiht den Argumenten bei einer Berufung beim CAS sowie im Gericht der öffentlichen Meinung mehr Gewicht.
Fachkreise weisen darauf hin, dass derartige Schritte die Regeln selten sofort ändern, aber sie schaffen Präzedenzfälle in den Beziehungen zwischen Nationalstaaten, Sportlern und internationalen Sportinstitutionen. Für den Leser ist es eine Frage der Würde und des Schutzes des Rechts auf Erinnerung — und zugleich ein Indikator dafür, wie die Ukraine ihre Symbole selbst im Weltsport verteidigt.
Wie es weitergeht — Berufung beim CAS, internationaler Resonanz und politischer Widerstreit über den institutionellen Umgang des IOC mit Symbolik während des Wettbewerbs. Ob das ausreicht, die Entscheidung zu ändern, oder die Auszeichnung vor allem eine moralische Anerkennung bleibt — die Antwort hängt von den rechtlichen Argumenten beim CAS und von der Reaktion der weltweiten Sportgemeinschaft ab.
Jetzt sind die Gerichte und internationalen Institutionen am Zug: Wird die Unterstützungsbekundung in die Wiederherstellung des Wettkampfrechts münden — oder bleibt der Fall symbolisch?