10 Verwarnungen und vier Tote: Was über den Fahrer bekannt ist, der nach der Einfahrt in eine Unterführung in Kiew festgenommen wurde

Ein 49-jähriger Bewohner der Region Cherson, Pawlo Pleschiwzew, ist mit einem Mercedes in einen Unterführung gefahren und hat vier Menschen getötet, darunter zwei Polizisten und einen 12-jährigen Jungen. Ihm drohen nun bis zu 10 Jahre Haft, während die Frage, warum er nach zehn Verwarnungen noch einen Führerschein besaß, unbeantwortet bleibt.

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Am 5. Juni um 17:30 Uhr überquerte ein Mercedes an der Kreuzung der Straßen Wadym Hetman und Uschinskij im Solomijanskij-Bezirk Kiews mit hoher Geschwindigkeit die Fahrbahn, durchbrach die Absperrung und stürzte in einen unterirdischen Fußgängertunnel, in dem sich Menschen aufhielten. Vier starben an Ort und Stelle. Drei weitere starben im Krankenhaus.

Wer starb

Unter den Opfern befinden sich ein 12-jähriger Junge, eine 47-jährige Frau und zwei Bezirkspolizeibeamte: Oberleutnant Dmytro Bondarchuk, 24 Jahre alt, aus Boyarka, und Leutnant Denys Budchenko, 21 Jahre alt, aus der Region Rivne. Beide waren im Dienst.

Wer am Steuer saß

Nach Angaben der Kiewer Polizei und der Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft saß Pavlo Pleshivtsev, Jahrgang 1976, Bewohner der Region Cherson, am Steuer. Er ist 49 Jahre alt. Die Expertise ergab: zum Zeitpunkt des Unfalls war er nüchtern.

Seit Januar 2025 wurde er fünfmal zur Verwaltungsverantwortung herangezogen wegen Geschwindigkeitsüberschreitung, weitere fünfmal wurde er wegen anderer Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung bestraft.

— Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft

Das heißt in den letzten eineinhalb Jahren — 10 Bußgelder. Keine Führerscheineintragung. Der Fahrer fuhr weiter.

Festnahme und Verdacht

Pleshivtsev wurde aus dem beschädigten Fahrzeug befreit und ins Krankenhaus eingeliefert — die Verletzungen sind nicht lebensbedrohlich. Bereits am Samstag, 6. Juni, nahmen Ermittler ihn gemäß Artikel 208 der Strafprozessordnung der Ukraine fest — ohne Gerichtsbeschluss, aufgrund ausreichender Gründe. Der Fahrer steht unter Bewachung im Krankenhauszimmer.

Am selben Tag erhob die Staatsanwaltschaft gegen ihn Anklage gemäß Teil 3 von Artikel 286 des Strafgesetzbuchs — Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung, der zum Tod mehrerer Personen führte. Die Höchststrafe beträgt bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe mit einem Fahrverbot von bis zu drei Jahren. Gleichzeitig wurde ein Antrag auf Ergreifung einer Sicherungsmaßnahme in Form von Inhaftierung ohne Kaution eingereicht.

Was kommt als nächstes

Das Gericht wird sich in den nächsten Tagen mit der Frage der Sicherungsmaßnahme befassen. Wenn dem Antrag stattgegeben wird, bleibt Pleshivtsev bis zur Urteilsfällung hinter Gittern. Wenn nicht, entsteht ein Risiko, das die Staatsanwaltschaft bereits als inakzeptabel dokumentiert hat.

Ein separates Problem ist systematisch: Die ukrainische Gesetzgebung sieht keine automatische Führerscheineintragung nach einer bestimmten Anzahl von Geldstrafen wegen Geschwindigkeit vor. Zehn Verstöße in 18 Monaten — und die Person sitzt immer noch legal hinter dem Steuer. Ob sich dies nach dem Skandal um diesen Fall ändert, hängt davon ab, ob die entsprechende Gesetzesvorlage im Parlament beraten wird.

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