10 Verwarnungen — und vier Tote: Was über den Mercedes-Fahrer bekannt ist, der in einen Unterführung in Kiew gefahren ist

Der 49-jährige Pavlo Pljeschyvzew erhielt in einem halben Jahr vor der Tragödie 10 Verwaltungsstrafen wegen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung. Dies hielt ihn nicht davon ab, ein Fahrzeug mit 39 verzeichneten Verstößen zu führen.

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Am 5. Juni gegen 17:30 Uhr fuhr ein Mercedes-Benz auf dem Chokoliwski-Boulevard im Solomianski-Bezirk von Kiew mit hoher Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab und stürzte in einen unterirdischen Fußgängertunnel. Das Fahrzeug durchquerte ihn vollständig und landete auf dem Gehweg. Vier Menschen starben an Ort und Stelle — drei Erwachsene und ein 12-jähriger Junge.

Die Opfer

Nach Angaben des Büros des Generalstaatsanwalts befinden sich unter den Opfern zwei Verkehrspolizisten, die ihre Dienstpflichten erfüllten: Oberoberleutnant Dmytro Bondarchuk (23 Jahre, aus Bojarka) und Oberleutnant Denys Budchenko (21 Jahre, Region Rivne). Ebenfalls ums Leben kamen eine 47-jährige Frau und der 12-jährige Grigory Glushych — Schüler der Waldorfschule „Sofija", für den dieser Tag sein letzter Schultag in der 6. Klasse war. Drei weitere Verletzte wurden hospitalisiert.

Wer am Steuer saß

Der Fahrer des Fahrzeugs war Pavlo Plieshivtsev, Jahrgang 1976, ein Bewohner der Region Cherson und Leiter einer religiösen Gemeinde von evangelischen Christen-Baptisten — der „Kirche des Dorfes Pidstepne". Rettungskräfte befreiten ihn aus dem zerstörten Fahrzeuginnenraum und brachten ihn ins Krankenhaus.

Die Expertise bestätigte: Zum Zeitpunkt des Unfalls war er nüchtern. Dennoch spricht die Chronologie der Verstöße für sich selbst:

  • Seit Januar 2025 — 5 Verwarnungen wegen Geschwindigkeitsüberschreitung und 5 Verwarnungen wegen anderer Verkehrsverstöße — insgesamt 10 Verwarnungen in 1,5 Jahren.
  • Vor der Tragödie war er bereits Beteiligter an vier registrierten Verkehrsunfällen, zwei davon im Jahr 2025.
  • Für den Mercedes-Benz C300 verzeichnete die Polizei insgesamt 39 Verkehrsverstöße, hauptsächlich wegen Geschwindigkeitsüberschreitung.

Vorwürfe gegen ihn

Die Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft teilte Plieshivtsev einen Verdacht mit gemäß Teil 3 Artikel 286 des Strafgesetzbuches der Ukraine — Verstoß gegen die Regeln der Verkehrssicherheit, der zum Tod mehrerer Personen führte. Die Strafandrohung sieht bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe mit Entzug des Führerscheins bis zu drei Jahren vor.

«Neben der Mitteilung des Verdachts wurde ihm ein Antrag auf Wahl einer Vorsichtsmaßnahme in Form der Inhaftnahme ohne Kaution überreicht»

— Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft

Das heißt, die Staatsanwälte werden das Gericht bitten, Plieshivtsev ohne die Möglichkeit einer Kaution zu verhaften. Das Verfahren wird unter der Verfahrensleitung von Staatsanwälten für Jugendangelegenheiten durchgeführt — da sich unter den Opfern ein Kind befand.

Falls das Gericht dem Antrag auf Verhaftung ohne Kaution stattgibt, bedeutet dies, dass Plieshivtsev bis zur Verurteilung in Haft bleibt. Die Frage ist jedoch anders gelagert: Wird dieser Fall zu einer systemischen Überprüfung führen, wie ukrainische Gerichte und das Verwaltungssystem auf Serientäter im Straßenverkehr reagieren — auf jene, die durch Verwarnungen nicht gestoppt werden.

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