40 Tage Anschläge auf Russland: Warum die SBU-Kampagne Moskau nicht zum Frieden zwang, aber sein Verhalten veränderte

Die erste Phase der 40-tägigen Operation der Verteidigungskräfte hat den Krieg nicht gestoppt, hat aber ein konkretes Ergebnis verzeichnet: Russland gibt Ressourcen für die Verteidigung des Hinterlandes aus, anstatt sie an der Front einzusetzen.

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Am 25. Juni kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj eine 40-tägige Frist für eine Operation des SBU zusammen mit anderen Komponenten der Verteidigungskräfte an — Druck auf den Aggressorstaat, um ihn zum Beenden des Krieges zu bewegen. Die Frist ist abgelaufen. Es gibt keinen offiziellen Abschlussbericht, aber die Menge der beschädigten Objekte ermöglicht eine sachliche Bewertung der bisherigen Ergebnisse — nur basierend auf Fakten.

In diesem Zeitraum wurden mindestens sechs Ölraffinerien, etwa zehn weitere Objekte der Brennstoffinfrastruktur, Militärflugplätze, Hangars mit Drohnen, Luftabwehrsysteme, Kampfflugzeuge, Versorgungsschiffe und FSB-Objekte getroffen. Ein separater Schwerpunkt bleibt der Druck auf die „Schattenflotte" der RF — über hundert Schiffe wurden sanktions- und militärischen Maßnahmen unterworfen.

Was konkret wurde getroffen

Die Chronologie zeigt nicht einzelne Aktionen, sondern systematische Arbeit in mehreren Richtungen gleichzeitig — Brennstoff, Luftfahrt, Luftabwehr, Flotte.

  • 27. Juni — Ölpumpstation „Wtorowo" (Region Wladimir), Werk „Titan-Barrikaden" in Wolgograd (Herstellung von Startgeräten für „Iskander-M" und „Topol-M")
  • 1. Juli — Flugplatz „Saki" auf der Krim, Hangars mit Su-30 und Su-30SM; Unternehmen von „Roskosmos" in der Region Penza, das Sensoren für Raketen herstellt
  • 2. Juli — Raffinerie Nischni Nowgorod, 850 km von der Grenze entfernt
  • 6. Juli — Raffinerie Jaroslawl, Terminal in Wysozk, Raffinerie Omsk — 3000 km von der Ukraine entfernt
  • 17. Juli — strategischer Bomber Tu-95 auf dem Flugplatz „Engels"
  • 29. Juli — Primäraufbereitungsanlage „Lukoil-Permnaftaorgsinntez", über 1500 km von der Ukraine entfernt
  • 1. August — Cluster aus drei Raffinerien in Ufa, 1600 km von der Grenze entfernt

Die spürbarste Folge — Benzinmangel in mehreren Regionen der RF, mehrstündige Warteschlangen an Tankstellen und öffentliche Anerkennung der Probleme durch die russische Behörden.

Das Hauptziel nicht erreicht — und das war zu erwarten

Der Militärexperte Iwan Stupak betont: Es wäre von Anfang an unrealistisch gewesen, mit einer Beendigung des Krieges in 40 Tagen zu rechnen.

„Wir haben bereits zu Beginn verstanden, dass nach Ablauf dieser 40 Tage die Wahrscheinlichkeit, dass die Russische Föderation zum Frieden gezwungen wird, praktisch gegen Null geht. Dazu hätte man ein absolut bahnbrechendes Instrument brauchbar müssen", sagt Stupak.

Nach seinen Worten kann die Kampagne nicht isoliert betrachtet werden — sie ist Teil einer umfassenderen Systemarbeit, die Operationen des GUR, Maßnahmen der Drohnenkräfte und Anschläge im nahen und tiefen Hinterland des Gegners einschließt.

Luftfahrt und Luftabwehr — die empfindlichsten Verluste

Unter all den Ergebnissen hebt Stupak die Zerstörung von zwei Su-35-Flugzeugen besonders hervor.

„Dies sind nicht neue Flugzeuge aus der Fabrik, sondern Maschinen, die bereits lange im Einsatz sind, erfahrene Besatzungen haben, bewährte Einsatzalgorithmen. Für Russland sind solche Verluste sehr spürbar", erklärt der Experte.

Eine zweite Richtung ist die methodische Zerstörung von Luftabwehrsystemen. Die Logik ist einfach: Je weniger funktionsfähige Komplexe es in der RF gibt, desto höher sind die Chancen, dass ukrainische Langstreckendrohnen unbemerkt zum Ziel gelangen.

Gleichzeitig warnt Stupak vor einer Überbeurteilung des Effekts: Russland ist in der Lage, Luftabwehrsysteme von anderen Richtungen zu verlegen und Luftfahrtverluste teilweise auszugleichen, wie westliche Analysten bereits festgestellt haben. Die Zerstörung einiger weniger Komplexe bedeutet nicht den Zusammenbruch des gesamten Systems — zwingt den Gegner aber, Ressourcen auszugeben und andere Bereiche zu schwächen.

Vertrauen in die Zahlen

Zur Frage der Zuverlässigkeit offizieller Daten antwortet Stupak ohne Vorbehalt.

„Bisher haben wir keinen Grund gesehen zu sagen, dass ukrainische offizielle Strukturen ihre Ergebnisse übertreiben. Die meisten Anschläge werden durch Foto- und Videomaterial bestätigt. Das Verteidigungsministerium erklärte, dass nur Ergebnisse mit Bestätigung — Foto, Video, Geolokalisierung — in die Statistik einfließen", bemerkt der Experte.

Logistik und Krim — kumulativer Effekt

Stupak hebt Anschläge auf die Brennstoffinfrastruktur und die Krim als die wichtigsten Komponenten der Kampagne hervor — genau diese zielen auf Abnutzung ab, nicht auf einen einmaligen Effekt.

„Die Krim ist für die Russen ein riesiger militärischer Drehkreuz. Durch die Halbinsel läuft die Versorgung der Truppen im Süden der Ukraine. Je mehr Probleme dort entstehen, desto schwieriger ist es für die Russen, ihre Truppen an der Front zu versorgen", sagt er.

Nach seiner Bewertung hat systematischer Druck auf die Logistik eine längere Wirkung als die Zerstörung einzelner Objekte: Ein Panzer kann neu produziert werden, aber die Umstellung von Routen, die Reparatur von Raffinerien und die Verlegung von Luftabwehrsystemen in den Hinterland — das sind Zeit- und Ressourcenausgaben, die durch eine einzelne Entscheidung nicht auszugleichen sind.

Was dies bedeutet

Die Kampagne hat den Krieg nicht beendet, aber das Verhalten des Gegners verändert: Russland verlegt Luftabwehrsysteme in den Hinterland, repariert Raffinerien, verstärkt die Sicherung von Flugplätzen — gibt Ressourcen für den Schutz des Territoriums aus statt für die Front. Selenskyj hat bereits neue SBU-Operationen im August bestätigt, das heißt, das förmliche Ende der 40-tägigen Frist bedeutet keine Pause bei den Angriffen.

Die Frage, die offen bleibt: Wird die Brennstoffinfrastruktur der RF das Tempo der Anschläge länger ertragen, als die Verteidigungskräfte in der Lage sind, Fernangriffsoperationen in denselben Entfernungen — 1500–3000 km von der Ukraine — aufrechtzuerhalten.

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