Am 9. Juni fanden Freiwillige in einem Wohnviertel in Kiew im Stadtteil Swjatoschyn in der Straße Tschornobylska unter den Fenstern eines Mehrfamilienhauses einen toten Bichon. Der Leichnam des Tieres wurde nicht von Verwandten oder Nachbarn gefunden — von Freiwilligen. Die Ermittlungen ergaben: Der Hund wurde von seinem 67-jährigen Besitzer aus dem sechsten Stock geworfen, der sich zu diesem Zeitpunkt in einem Zustand alkoholischer Berauschung befand.
Drei Versionen eines Besitzers
Als die Strafverfolgungsbehörden den Mann befragten, änderten sich seine Erklärungen dreimal: Zunächst behauptete er, dass der Hund ihm nicht gehörte, dann gab er an, dass er ihn gebissen habe, und schließlich — dass der Hund angeblich selbst aus dem Fenster gefallen sei. Nach Angaben der Ermittlungen der Polizeibehörde Swjatoschyn bestätigte sich keine der Versionen.
Der Bichon wurde von seinem Besitzer aus dem Fenster des sechsten Stockwerks geworfen, der sich in einem Zustand alkoholischer Berauschung befand.
— Hauptverwaltung der Nationalen Polizei der Ukraine in Kiew
Unter der prozessualen Leitung der Bezirksstaatsanwaltschaft Swjatoschyn wurde gegen den Mann Anklage nach Teil 3 des Artikels 299 des Strafgesetzbuches der Ukraine erhoben — Tierquälerei, die zum Tod des Tieres führte. Die Strafe sieht bis zu acht Jahre Freiheitsstrafe vor.
Kein Einzelfall — ein Rekordjahr
Dieser Fall ist Teil einer Statistik, die für sich genommen ein Signal ist. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 386 Strafverfahren gemäß Artikel 299 des Strafgesetzbuches eingeleitet — das ist 3,7-mal mehr als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres und ein absoluter Rekord. Das vorherige Jahresmaximum — 220 Fälle — wurde 2020 registriert.
- In 80% der neuen Fälle wurde der Verdacht bereits mitgeteilt
- Nur 4% aller Verfahren erreichten das Gericht
- Dieses Jahr haben Gerichte bereits 20 Urteile gefällt
Der Unterschied zwischen der Anzahl der Verdächtigungen und tatsächlichen Urteilen bleibt kritisch: Das System registriert Verbrechen viel schneller, als es sie zu einer Verurteilung bringt.
Wird sich dieses Verhältnis ändern, wenn der Fall des 67-jährigen Kiewers — mit drei Versionen des Verdächtigen und dem toten Tier am Tatort — tatsächlich zur gerichtlichen Verhandlung in der Hauptsache gelangt?