Was veröffentlicht wurde
Die Patrouillenpolizei Kiews hat ein Video aus den Körperkameras veröffentlicht, das in der Nacht zum 8. Februar aufgenommen wurde. Die Aufnahmen werden von einem offiziellen Kommentar begleitet, in dem die Reaktion der Einsatzkräfte auf eine Meldung an die Notrufnummer 112 und die anschließende Festnahme eines Mannes beschrieben werden, der sich angeblich aggressiv verhalten und den Beamten gedroht habe.
"Video aus den Körperkameras der Patrouillen"
— Patrouillenpolizei Kiews, Pressestelle
Chronologie und offizielle Schlussfolgerungen
Nach Angaben der Polizei setzten die Einsatzkräfte körperliche Gewalt und Handschellen gemäß Art. 44 und Art. 45 des Gesetzes der Ukraine "Über die Nationale Polizei" ein. Nachdem dem Mann schlecht geworden sei, hätten die Patrouillen die Handschellen abgenommen, den Betroffenen in die stabile Seitenlage gebracht, den Rettungsdienst gerufen und bis zu dessen Eintreffen erste Hilfe geleistet. Die Mediziner führten Wiederbelebungsmaßnahmen durch, doch der Mann verstarb vor Ort.
"Zur Beendigung der Rechtswidrigkeit setzten die Patrouillen körperliche Gewalt und Handschellen entsprechend Art. 44 und Art. 45 des Gesetzes der Ukraine 'Über die Nationale Polizei' ein"
— Patrouillenpolizei Kiews, Pressestelle
Im Einheitlichen Register der Ermittlungsverfahren (ЄРДР) wurden Angaben nach Abs. 3 Art. 365 des Strafgesetzbuchs der Ukraine (Missbrauch von Macht oder Überschreitung dienstlicher Befugnisse) eingetragen. Separat teilt die Polizei mit, dass laut dem Ergebnis der gerichtsmedizinischen Untersuchung die Todesursache eine Herzerkrankung war.
"Laut dem Ergebnis der gerichtsmedizinischen Untersuchung starb der Mann an einer Herzerkrankung"
— Patrouillenpolizei Kiews, Pressestelle
Reaktion des Ombudsmanns und Fragen der Verantwortung
Ombudsmann Dmytro Lubinets hat bereits reagiert und einen Brief an die Leitung der Nationalpolizei mit der Forderung nach einer rechtlichen Bewertung des Handelns der Einsatzkräfte gesendet. Diese Reaktion unterstreicht, dass selbst bei Vorliegen eines medizinischen Gutachtens die polizeilichen Maßnahmen einer separaten Überprüfung — sowohl juristisch als auch verfahrensbezogen — unterliegen.
"Ich habe einen Brief an die Leitung der Nationalpolizei gesendet mit der Forderung nach einer rechtlichen Bewertung des Handelns der Einsatzkräfte"
— Dmytro Lubinets, Beauftragter der Werchowna Rada der Ukraine für Menschenrechte
Warum das für die Bürger wichtig ist
Die Veröffentlichung von Bodycam-Aufnahmen ist nicht nur ein einmaliges Ereignis. Für die Gesellschaft ist es ein Test für die Transparenz und Verantwortung der Institutionen, von denen die Sicherheit abhängt. Die gerichtsmedizinische Untersuchung stellt die Todesursache fest, aber sie klärt nicht immer die Kausalzusammenhänge zwischen dem Handeln der Polizei und dem tragischen Ausgang. Genau deshalb ist eine vollständige, offen dokumentierte Überprüfung notwendig.
Wie es weitergeht
Entscheidend ist die vollständige prozessuale Arbeit: Befragungen von Zeugen, Gutachten, Analyse der Videoaufnahmen mit Zeitmarken und die rechtliche Qualifikation der Maßnahmen. Das Ergebnis der Ermittlungen wird das Vertrauen in die Polizei beeinflussen und entscheiden, wie effektiv das System auf ähnliche Vorfälle in Zukunft reagieren wird.
Solange die Aufnahmen der Öffentlichkeit zugänglich sind, ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren: auf die Ergebnisse der Ermittlungen und Expertisen zu warten, aber von den Strafverfolgungsbehörden vollständige Transparenz und gegebenenfalls personelle Verantwortung zu fordern, falls Verstöße festgestellt werden.
Frage an die Gesellschaft: Wird die Veröffentlichung der Bodycam-Aufnahmen zu einem wirksamen Rechenschaftsmechanismus, oder bleibt sie nur ein Alarmsignal? Die Antwort hängt von der Qualität der Ermittlungen und den systemischen Entscheidungen ab, die danach getroffen werden.