Tropische Nächte: Warum Hitze von 35-38° in dieser Welle nicht das Schlimmste ist

Meteorologen warnen vor der zweiten Hitzewelle dieses Jahres in der Ukraine, doch die größte Gesundheitsgefahr geht nicht von der Tagestemperatur aus, sondern von der Nachttemperatur – wenn der Körper keine Zeit zur Erholung hat.

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In noch zwei bis drei Tagen werden fast alle Regionen der Ukraine von einer Hitzewelle mit Temperaturen von 35-38 Grad erfasst. In den westlichen, zentralen und südlichen Gebieten gehen die Meteorologen davon aus, dass neue Temperaturrekorde für einzelne Tage möglich sind. Doch laut Natalija Holenja, Leiterin der Abteilung für meteorologische Vorhersagen des Ukrainischen Hydrometeorologischen Zentrums, wird die gefährlichste Phase dieser Hitzewelle nicht tagsüber auftreten.

Nächte ohne Erholung

In den kommenden Tagen wird die Nachttemperatur nicht unter 20 Grad sinken, im Süden wird sie bei 25-26 Grad bleiben. Meteorologen nennen dies tropische Nächte – ein Phänomen, das für die Ukraine bis vor kurzem noch exotisch war, sich aber nun Jahr für Jahr wiederholt.

Sie sind ebenso gefährlich, da sich der menschliche Organismus bei solchen Temperaturen nicht erholt und dies sich negativ auf das Wohlbefinden auswirkt

Der Mechanismus ist einfach: Tagsüber kämpft der Körper gegen die Hitze, nachts sollte er sich erholen. Wenn auch die Nacht keine Abkühlung bringt, sammelt sich Müdigkeit an, die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems nimmt zu, der Schlaf verschlechtert sich. Für ältere Menschen und solche mit chronischen Erkrankungen ist dies nicht weniger riskant als die Tageshitze.

40 Grad wird es vorerst nicht geben – und das ist kein Trost

Holenja dementierte bewusst Gerüchte über mögliche 40 Grad in den kommenden Tagen: Dafür wäre eine mehrtägige Wärmeansammlung erforderlich, die es derzeit nicht gibt. Allerdings könnten einzelne Tage historische Höchstwerte brechen – das heißt, ein Rekord ist nicht aufgrund der Dauer der Hitze, sondern wegen ihrer Plötzlichkeit möglich.

Der Grund ist bekannt: Heiße Luft kommt aus Afrika und wird über der Ukraine bei klarem Himmel zusätzlich aufgeheizt. Solche Wellen gab es auch früher, sagt die Meteorologin, aber jetzt treten sie häufiger auf. Zum Vergleich – dies ist bereits die zweite Hitzewelle dieses Sommers, obwohl sie deutlich kürzer ist als die monatelange Hitze von 2010.

Brände und Wetterumschwung am Wochenende

Parallel zur hohen Temperatur und dem Niederschlagsdefizit herrscht im ganzen Land außergewöhnliche Waldbrandgefahr – trockene Vegetation entzündet sich sofort. Meteorologen bitten darum, offenes Feuer bis Ende der Woche so weit wie möglich zu vermeiden.

Die Erleichterung kommt nicht allmählich, sondern durch einen plötzlichen Wetterumschwung. Die Hitze beginnt am 7. August im Westen zu sinken, und am 8.-9. August zieht eine Kaltfront über das gesamte Territorium, die Gewitter, Starkregen, Sturmböen und örtlich Hagel bringt. Die Temperatur wird um 5-8 Grad fallen – Meteorologen nennen dies eine deutliche Erleichterung.

Je größer der Temperaturkontrast zwischen warmer und kalter Luft ist, desto intensiver entwickeln sich Gewitterprozesse

Nach mehreren Tagen der Schwüle erwartet das Land also nicht eine allmähliche Abkühlung, sondern einen plötzlichen Wetterwechsel mit Gewitteraktivität am Abend und in der Nacht. Die Frage ist nur, wie lokal intensiv diese Gewitter ausfallen – denn gerade plötzliche Temperaturschwankungen werden normalerweise von den zerstörerischsten Sturmböen begleitet.

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