Die Suspendierung des Anwalts im Fall des Mordes an einem Jugendlichen in der Standseilbahn — ein Signal für das Vertrauen in die Justiz

Die Qualifikations- und Disziplinarkommission hat einem Anwalt für drei Monate die Ausübung des Berufs untersagt, weil er das Gerichtsverfahren im Fall von Maksym Materukhin absichtlich verzögert hat. Warum das für die Opfer und für das System wichtig ist — kurz und auf den Punkt.

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Kurz

Das Büro des Generalstaatsanwalts, wie UNN berichtet, erreichte eine disziplinarische Maßnahme gegen einen der Anwälte in der aufsehenerregenden Sache um den Tod des 16‑jährigen Maksym Materukhin an der Station der Kiewer Standseilbahn. Das Recht zur Ausübung der Anwaltschaft wurde für drei Monate ausgesetzt — ein Schritt, der nicht nur konkretes Verhalten bestrafen, sondern auch das Vertrauen in das Verfahren wiederherstellen soll.

Chronologie und Position der Staatsanwaltschaft

Die Tat ereignete sich Anfang Juni 2024: Der ehemalige Mitarbeiter des Staatlichen Schutzdienstes (UDO), Artem Kosov, stieß, offenbar alkoholisiert, den Jugendlichen an der oberen Station der Standseilbahn — durch den Sturz kam der Junge ums Leben. Im Herbst 2025 erklärte das Gericht Kosov für schuldig und verhängte lebenslange Freiheitsstrafe.

Während der langwierigen Verhandlung dokumentierten Gerichte und Staatsanwälte wiederholt Vorfälle, die ihrer Ansicht nach Merkmale einer gezielten Verzögerung des Verfahrens aufwiesen — Sitzungen wurden ohne triftigen Grund abgesagt, es wurden Hindernisse für die Beweiserhebung und die Vernehmung von Zeugen geschaffen. Deshalb wandte sich im September 2025 das Büro des Generalstaatsanwalts mit einer Beschwerde gegen einen der Anwälte an die Disziplinarkommission der Anwaltskammer (KDKA).

„Die Sache wurde breit berichtet, und während der Verhandlung wurden Fälle von vorsätzlicher Verzögerung des Prozesses seitens der Verteidiger festgestellt: Sitzungen fielen aus, Hindernisse für die Beweiserhebung und Zeugenvernehmung wurden geschaffen. Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko wies wiederholt auf das unzulässige Verhalten der Anwälte hin.“

— Büro des Generalstaatsanwalts

Entscheidung der KDKA und rechtlicher Präzedenzfall

Am 29. Dezember 2025 hat die Disziplinarkammer der KDKA der Region Riwne die Beschwerde der Staatsanwaltschaft stattgegeben und gegen den Anwalt eine disziplinarische Maßnahme in Form der vorübergehenden Aussetzung des Rechts zur Ausübung der Anwaltschaft für die Dauer von drei Monaten verhängt. Diese Entscheidung ist ein seltener, aber wichtiger Reaktionsmechanismus auf Handlungen, die das Recht auf ein effektives Gerichtsverfahren gefährden.

„Am 29. Dezember 2025 wurde der Beschwerde durch die Disziplinarkammer stattgegeben. Gegen den Anwalt wurde die disziplinarische Maßnahme der Aussetzung des Rechts zur Ausübung der Anwaltschaft für die Dauer von drei Monaten verhängt.“

— Disziplinarkammer der KDKA der Region Riwne

Kontext und Folgen

Erstens ist dies ein Signal: Die Justiz- und Anwaltsgemeinschaften sehen eine Verschärfung der Kontrolle über prozessuale Manipulationen, die die Rechte der Opfer beeinträchtigen. Zweitens ist es für die Bürger wichtig, dass die Staatsanwaltschaft und die Selbstverwaltungsorgane der Anwälte Instrumente besitzen, die es ihnen ermöglichen, Missbräuche schnell zu begegnen. Analysten und Juristen weisen darauf hin, dass die disziplinarische Maßnahme für sich genommen das systemische Problem nicht lösen wird, wohl aber einen Präzedenzfall für die künftige Praxis schafft.

Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko hat außerdem die Initiative zur Wiedereinführung lebenslanger Strafen für besonders schwere Straftaten gegen Kinder erneuert — ein Schritt, der im Kontext dieses Falles politischen und gesellschaftlichen Nachhall hat und die Forderungen der Öffentlichkeit nach härterer Bestrafung verstärkt.

Wie geht es weiter

Die Entscheidung der KDKA ist nicht nur eine Sanktion gegen einen einzelnen Anwalt, sondern ein Test für das System: Kann es prozessuale Verzögerungen schneller unterbinden und die Rechte der Opfer schützen? Zu den nächsten Schritten sollten klarere interne Verfahren und eine transparente Überwachung der Gerichtsverfahren gehören, damit sich solche Fälle nicht wiederholen. Nun sind die Gesetzgeber und die Berufsverbände am Zug — werden sie ihre Erklärungen in wirksame Mechanismen verwandeln?

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