Loong M9 — chinesische Langstrecken-Kamikaze-Drohne mit über 1.600 km Reichweite: Was bedeutet das für die Verteidigung der Ukraine?

Auf der World Defense Show 2026 in Riad stellte LoongUAV die schwere loitering-Munition M9 vor — ein System mit einer Reichweite von über 1.600 km und einer Flugdauer von bis zu 9 Stunden. Wir erläutern, warum das gerade jetzt wichtig ist und welche Folgen das für die Sicherheit der Infrastruktur und der Luftverteidigung hat.

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Дрон-камікадзе Loong M9 (Фото: LoongUAV)

Was in Riad gezeigt wurde

Auf der Ausstellung World Defense Show 2026 präsentierte das chinesische Unternehmen LoongUAV erstmals offen die schwere Loitering-Munition Loong M9. Die angegebenen Leistungsdaten betonen, dass es sich nicht um ein leichtes taktisches Gerät, sondern um ein System mit großer Reichweite handelt, das in der Lage ist, gegen Schlüsselinfrastruktur und Luftabwehrmittel aus der Distanz vorzugehen.

Wesentliche technische Details

Aus der offiziellen Beschreibung: Reichweite — über 1.600 km, Flugdauer — bis zu 9 Stunden, Gefechtskopf — etwa 50 kg, maximale Masse — bis zu 200 kg. Die Drohne verfügt über einen Dreiecksflügel, wird von einer Starteinrichtung mit Raketenbeschleuniger gestartet, wird von einem Benzinmotor angetrieben und operiert in Höhen bis zu 4.500 m mit einer Geschwindigkeit von bis zu 220 km/h. Der Hersteller behauptet, dass der M9 in Umgebungen mit gestörter Satellitennavigation agieren und Ziele eigenständig anhand von Koordinaten oder optischen Sensoren identifizieren kann; die angegebene Genauigkeit liegt bei rund 10 Metern.

„Der M9 ist für Langstreckenangriffe auf Infrastruktur, Stäbe und Luftabwehrsysteme vorgesehen“

— LoongUAV (Pressemitteilung)

Warum das wichtig ist — Geopolitik und technologischer Kontext

Die Präsentation des M9 erfolgt vor dem Hintergrund weiterer chinesischer Vorführungen technologischen Fortschritts (Auftauchen der J-20A mit WS-15-Triebwerken, ein unbemanntes Konvertiplan mit einer Reichweite von 4.000 km). Für China ist das Teil einer Strategie: die Fähigkeit zur Projektion von Macht zu erhöhen und das Exportangebot im Rüstungssektor auszubauen. Analysten verteidigungsbezogener Publikationen weisen darauf hin, dass das Auftreten solcher Systeme die Anforderungen an Frühwarnmittel verändert und eine Nachfrage nach Fernluftabwehrsystemen und elektronischer Kampfführung (EW) schafft.

Folgen für die Ukraine und praktische Schlussfolgerungen

Der Loong M9 ist nicht nur Statistik. Für die Ukraine hat diese Ankündigung pragmatische Bedeutung: Eine solche Plattform kann kritische Infrastruktur aus großer Entfernung angreifen und lokale Luftverteidigungszonen umgehen. Das verstärkt den Bedarf in drei Bereichen:

  • Stärkung der Frühwarnmittel für große Distanzen (Radar, optische/IR-Netze, Raumaufklärung);
  • Investitionen in Systeme, die gegen Loitering-Munition vorgehen können (gezielte elektronische Kampfführung, integrierte Luftverteidigung mit kurzfristigen Leistungssteigerungen und Abfangsysteme für niedrige Geschwindigkeiten);
  • verstärkte internationale Zusammenarbeit beim Austausch von Aufklärungsdaten und bei der Produktion von Systemen, die kritische Objekte schützen können.

Tatsächlich zwingt jeder Schritt bei der Entwicklung eines fernreichenden unbemannten Schlagpotenzials großer Akteure dazu, nicht nur die Technik, sondern auch die Doktrin anzupassen: wie Ressourcen verteilt werden, welche Punkte vorrangig zu schützen sind und wie partnerseitige Unterstützung zu integrieren ist.

Fazit

Die Ankündigung des Loong M9 signalisiert, dass große Reichweite und Autonomie in modernen Schlagwaffen zunehmend zentral werden. Für die Ukraine ist das kein Horrorszenario, sondern eine technische Aufgabe: Informationen in Entscheidungen umzuwandeln — Überwachung zu verstärken, kritische Infrastruktur zu schützen und die Kooperation mit Partnern zu intensivieren. Nun sind diejenigen am Zug, die eine operative Bereitstellung entsprechender Mittel und Ressourcen sicherstellen können.

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