Russische elektronische Kriegsführungsmittel stören GPS an der Front systematisch – 2024 wurde dies zur Hauptursache für Drohnenverluste. PG Robotics antwortete konkret: Der aktualisierte Lucky Strike-2.1 erhielt das Salamandra-Modul, das es der Drohne ermöglicht, sich auch ohne Satellitensignal zu orientieren.
Wie Salamandra GPS ersetzt
Das Modul analysiert Bilder der Erdoberfläche, die von der bordeigenen Kamera übertragen werden, und bestimmt die Position des Geräts im Raum – ähnlich wie eine Person die Gegend anhand von Orientierungspunkten erkennt. Die Drohne kann ihre Route fortsetzen, ihre Position halten und automatisch zum Startpunkt zurückkehren, selbst nach vollständigem GPS-Ausfall.
«GPS ist für Drohnen längst das geworden, was Straßenschilder für einen Fahrer sind. Aber der moderne Krieg zwingt uns zu antizipieren, dass diese Zeichen irgendwann nicht mehr da sein könnten. Deshalb haben wir dem Lucky Strike-2.1 beigebracht, sich nicht nur nach Satellitensignalen, sondern auch danach zu orientieren, was er während des Fluges sieht.»
Vladislav Plaksin, Mitinhaber von PG Robotics
Die Rechenbasis des Salamandra-Moduls besteht aus dem Raspberry Pi Compute Module 5. Nach Angaben der Entwickler ist die Leistung ausreichend, damit die Drohne Videodaten direkt während des Fluges verarbeitet – ohne den Bediener oder den Kommunikationskanal zu überlasten.
Weitere Änderungen in Version 2.1
Salamandra ist nicht die einzige Änderung. Die Aktualisierung umfasste alle drei Plattformvarianten:
- Day Optical, Day Digital, Day Night – alle drei Varianten wurden basierend auf Rückmeldungen der ZSU-Einheiten von der Front überarbeitet.
- Das neue Antriebssystem und der Akkublock erhöhen die Zuverlässigkeit bei längeren Missionen.
- Die aktualisierte Bordtechnik verbessert die Stabilität des Steuerkanals.
- Die digitale Kommunikation mit automatischem Frequenzwechsel bleibt erhalten: Wenn ein Kanal gestört wird, schaltet die Drohne auf einen anderen um.
Taktischer Sinn: Plattformerhaltung
Lucky Strike ist eine wiederverwendbare Drohne. Die vorherige Version hielt bis zu 135 Einsätze durch, der taktische Radius betrug 7 km. Deshalb ist die automatische Rückkehr kritisch wichtig: Ein Kommunikationsausfall bedeutet nicht den Verlust des Geräts mit Kameras und Ausrüstung.
Wie der 24. Kanal unter Berufung auf Quellen anmerkt, macht optische Navigation den Lucky Strike-2.1 nicht völlig resistent gegen elektronische Kriegsführung – sie beseitigt die kritische Abhängigkeit von einer einzigen Koordinatenquelle. Der Unterschied ist prinzipiell: Die Drohne wird durch Störungen beeinträchtigt, stoppt aber nicht und geht nicht verloren.
Der Kontext ist breiter als ein einzelnes Produkt. IEEE Spectrum verzeichnet, dass visuelle Navigation zur Überwindung von GPS-Störungen nur dieses Jahr erstmals auf dem echten Schlachtfeld zum Einsatz kam – der Lucky Strike-2.1 gehört zu den ersten Serienplattformen mit solch einer Lösung und nicht nur zu Prototypen.
Ob Salamandra zum Standard für zukünftige Serienversionen wird, hängt davon ab, wie sich das Modul unter Bedingungen intensiver elektronischer Kriegsführung im Osten verhält – nicht nur in Tests des Entwicklers.