Ein Klick – und die Drohne fliegt von selbst: MaXon Systems brachte den autonomen Abfangjäger auf Gefechtsreife

Das ukrainische Unternehmen MaXon Systems hat im Rahmen des Clusters Brave1 ein System getestet, das 95% des Prozesses der Zerstörung von „Shahed"-Drohnen übernimmt – der Operator muss nur das Ziel angeben. Nach Berechnungen der Entwickler würden 20–25 solcher Komplexe ausreichen, um ganz Kiew zu schützen.

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STING (Фото: "Дикі шершні")

Verteidigungsminister Michailo Fedorov veröffentlichte ein Video vom Kampfeinsatz einer Abfangdrohne der neuen Generation in der Region Charkiw. Das System wurde vom Startup MaXon Systems entwickelt – einem Teilnehmer des Verteidigungsclusters Brave1 – und hat bereits seine Kampfbereitschaft unter realen Bedingungen nachgewiesen.

Wie es funktioniert

Das Funktionsprinzip unterscheidet sich vom klassischen FPV-Abfang, bei dem der Operator die Drohne manuell zum Ziel lenkt. Hier trifft die Person nur eine einzige Entscheidung.

„Der Operator sieht die Bewegung der Ziele in Echtzeit, wählt das Ziel aus und befiehlt den Angriff. Danach steuert das System die Drohne selbstständig auf das Ziel, erkennt die Shahed autonom und zielt auf sie"

Michailo Fedorov, Verteidigungsminister der Ukraine

Laut Brave1 automatisiert das System etwa 95% des Abfangvorgangs – vom Start bis zur Vernichtung. Dabei bleibt der sogenannte „Mensch in der Schleife" erhalten: Der Operator kann den Angriff jederzeit bis zum Aufprall abbrechen. Dies ist grundsätzlich für die Einhaltung der Normen zur Anwendung tödlicher autonomer Systeme erforderlich.

Vom Prototyp zum Feld in einem Jahr

Alexei Solnzew gründete MaXon Systems Anfang 2025. In weniger als sieben Monaten entwickelte sich das Unternehmen vom grundlegenden Prototyp zu Kampftests – ein ungewöhnliches Tempo selbst für Kriegszeiten. Parallel dazu erhielt das Unternehmen mit Unterstützung von Brave1 eine Investitionsrunde vom amerikanischen Venture-Fonds Green Flag Ventures in Höhe von 300.000 Dollar.

Das System erreichte die Technologie-Reifelevel TRL 8 – dies bedeutet vollständige Qualifizierung durch Tests und Demonstrationen in realen Umgebungen. Nach Angaben von Solnzew wäre eine Bereitstellung von 20–25 MaXon-Komplexen theoretisch ausreichend, um ganz Kiew vor Angriffen mit Shaheds zu schützen.

Kontext: Warum ist dies jetzt notwendig

Russland erhöht systematisch die Anzahl der Drohnen bei nächtlichen Angriffen und gleicht damit Verluste bei Marineflugkörpern aus. Traditionelle Flugabwehrartillerie und FPV-Abfangjäger bleiben die Grundlage der Drohnenabwehr, erfordern aber eine große Anzahl ausgebildeter Operatoren. Automatisierung hebt diese Einschränkung auf: Ein Spezialist kann mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen.

Zum Vergleich: Wild Hornets mit seinem FPV-Abfangjäger Sting im Wert von 2.500 Dollar hat seit Mai 2025 über 3.900 Drohnen abgeschossen, wie Military Times berichtet. MaXon spielt in einem anderen Segment – nicht Billigkeit pro Einheit, sondern Verringerung der betrieblichen Last für Menschen.

Was bleibt unbekannt

  • Hochfahren: Fedorov vermerkte, dass es bereits begonnen hat, aber es gibt keine konkreten Produktionszahlen.
  • Effizienz bei Schwarmangriffen: Tests dokumentierten einzelne Ziele; das Verhalten des Systems während massierter Angriffe mit Dutzenden Shaheds gleichzeitig wurde öffentlich nicht bestätigt.
  • Anfälligkeit für elektronische Kriegsführung: Autonome Lenkung durch KI an Bord ist theoretisch widerstandsfähiger gegen GPS-Störung als klassisches FPV, aber die Entwickler offenbarten keine Details.

Wenn MaXon die behauptete Effektivität in Schwarmszenarien bestätigt und bis zum Herbst zur Serienfertigung übergeht, könnte dies die Wirtschaftlichkeit der Drohnenabwehr verändern: nicht mehr Raketen pro Shahед, sondern weniger Operatoren pro Angriffsnacht. Die Frage ist, ob die Skalierung der wachsenden Anzahl russischer Drohnen zuvorkommen kann.

Weltnachrichten

Politik

Die Partei „Bürglicher Vertrag" behielt die Macht angesichts einer Rekordwahlbeteiligung und eines überraschend starken pro-russischen Oppositionsblocks, der insgesamt 31% erreichte. Ein Mandat ist vorhanden, aber ein Verfassungsreferendum, das Baku als Friedensbedingung fordert, kann ohne zwei Drittel des Parlaments nicht durchgeführt werden.

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