Rekord an IT‑Stellen 2025: Wachstum von MilTech, KI und No‑Code‑Boom — was das für die Sicherheit und den Arbeitsmarkt in der Ukraine bedeutet

Im zweiten Halbjahr 2025 wurden auf jobs.dou.ua 41.000 IT‑Stellenanzeigen veröffentlicht — der höchste Wert seit 2021. Das Wachstum und die strukturellen Veränderungen des Marktes weisen nicht nur auf die Nachfrage nach Fachkräften hin, sondern auch auf die Transformation der Verteidigungs‑ und Innovationsökosysteme unter Kriegsbedingungen.

40
Aktie:

Was passiert ist

Im zweiten Halbjahr 2025 erschienen auf jobs.dou.ua 41.000 IT‑Stellenanzeigen — 11% mehr als im ersten Halbjahr. Das ist der höchste Halbjahreswert seit 2021. Am schnellsten wuchsen die Kategorien «Verteidigung» (miltech), AI/ML, Embedded und Hardware. Zum ersten Mal gab es auf dem Portal die Kategorie No‑code — und sie verzeichnete unmittelbar ein Wachstum von +1000%.

«Nach dem zweiten Halbjahr 2025 gewinnt der Stellenmarkt wieder an Dynamik, und besonders auffällig sind Nischen im Zusammenhang mit Verteidigungstechnologien und KI».

— DOU, das analytische Team

Wichtige Zahlen, die man wissen sollte

Im Dezember erreichte die Zahl der miltech‑Stellenanzeigen 705, und die Bewerbungen darauf lagen bei über 4000. Positionen auf Senior-Niveau sind mit rund 1100 offen — auf dem Niveau der Vorkriegszeit; monatlich werden für Spezialisten mit bis zu einem Jahr Erfahrung etwa 450 Stellen veröffentlicht.

Arbeitsformat: über 3800 Angebote — remote. Geografie: Kiew ~2900 Stellen, Lwiw >800, weitere ~700 Positionen — für Arbeit außerhalb der Ukraine. Zu den aktivsten Arbeitgebern gehören Genesis, N‑iX und die Drohnenbrigade «Rarog».

Im Dezember entfielen im Schnitt 21,7 Bewerbungen pro Stelle — weniger als in den Vormonaten. Kandidaten reagierten am aktivsten auf Front‑end, QA und Project Management. Die Konkurrenz im HR‑Segment ist deutlich gesunken: derzeit etwa ~25 Bewerbungen pro Stelle gegenüber 53 vor zwei Jahren.

Warum das für das Land wichtig ist

Das Wachstum der Stellenangebote in miltech‑ und Hardware‑Bereichen ist nicht nur ein Indikator für die Nachfrage nach Ingenieuren. Es signalisiert, dass das ukrainische Verteidigungsökosystem seine inländischen Kapazitäten ausbaut: Entwicklung, Integration von Drohnen, Sensorik und Steuerungssysteme benötigen Ingenieure und KI‑Spezialisten. Diese Nachfrage reduziert die Abhängigkeit von Technologieimporten und schafft hochqualifizierte Arbeitsplätze unter Kriegsbedingungen.

Das Auftreten von No‑code als eigene Kategorie und ihr rasantes Wachstum weisen auf eine weitere wichtige Transformation hin: die Automatisierung von Prozessen und die Beschleunigung des Prototypings, die es Startups und staatlichen Projekten ermöglicht, schneller von der Idee zur Umsetzung zu gelangen.

Was das für Fachkräfte und den Arbeitsmarkt bedeutet

Die Nachfrage nach Senior‑Fachkräften hat sich erholt, doch Stellen für Juniors sind vorerst begrenzt — monatlich etwa 450 Möglichkeiten. Das bedeutet: für junge Fachkräfte eine Chance auf beschleunigtes Lernen und Praktika, für Erfahrene eine stabile Nachfrage und die Möglichkeit, an kritisch wichtigen Projekten mitzuarbeiten.

Fazit

Die DOU‑Daten sind nicht nur Zahlen. Sie zeigen, wie sich das IT‑Ökosystem an neue Sicherheitsanforderungen und Innovationsherausforderungen anpasst. Für die Ukraine ist das ein Zeichen von Resilienz: Die Branche schafft Arbeitsplätze, skaliert Verteidigungslösungen und zieht Talente an. Der nächste Schritt ist, die Nachfrage in langfristige Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Produktion zu verwandeln, damit der Arbeitsmarkt zur Sicherheit und zur wirtschaftlichen Erholung des Landes beiträgt.

Weltnachrichten