116 Drohnen, 94 abgeschossen: Was die Rechnung zum nächtlichen Angriff tatsächlich zeigt

Strahldrohnen überwinden die Flugabwehr schlechter als Propellerdrohnen: 78 % gegenüber über 95 %. Doch die Meldung der Luftstreitkräfte erlaubt nur eine ungefähre Berechnung, denn „abgeschossen/unterdrückt“ ist nicht gleich „vernichtet“.

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Die Gesamtzahl des nächtlichen Angriffs vom 11. Oktober wirkt fast tröstlich: Von 116 Drohnen hat die Flugabwehr 94 abgeschossen oder unterdrückt, das sind rund 81 %. Schlüsselt man die Meldung der Luftstreitkräfte jedoch nach Typen auf, zeigt sich ein anderes Bild: Die Effektivität hängt stark davon ab, was genau fliegt.

Strahlgetriebene gegen den Rest

Laut den Luftstreitkräften startete der Gegner 116 Angriffsdrohnen der Typen Shahed, „Gerbera“ und der Attrappen „Parodija“. Darunter waren 95 strahlgetriebene Shahed. Stand 08:30 Uhr wurden 74 dieser 95 abgeschossen oder unterdrückt.

Eine einfache Rechnung ergibt folgende Zahlen:

  • Strahlgetriebene: 74 von 95, etwa 78 %;
  • der Rest (Shahed mit Kolbenmotor, „Gerbera“, Attrappen): 20 von 21, über 95 %.

Das ist unsere eigene Rechnung auf Grundlage der veröffentlichten Zahlen, keine offizielle Statistik. Die Meldung schlüsselt nicht auf, wie viele Drohnen mit Kolbenmotor und wie viele Attrappen in der jeweiligen Gruppe waren. Der Abstand ist dennoch deutlich: Ältere und langsamere Ziele erfasst die Flugabwehr fast vollständig, strahlgetriebene lässt sie deutlich häufiger durch.

Was „unterdrückt“ bedeutet

Die Luftstreitkräfte schreiben bewusst „abgeschossen/unterdrückt“. Diese Kategorie fasst zwei verschiedene Dinge zusammen: eine Drohne, die von Feuergruppen oder der Luftwaffe physisch zerstört wurde, und eine, die von Mitteln der elektronischen Kampfführung vom Kurs abgebracht wurde. Letztere ist möglicherweise nicht explodiert, aber nicht zwingend verschwunden.

Deshalb enthält die Meldung eine gesonderte Zeile über den Absturz abgeschossener Flugkörper und von Trümmern – an neun Orten. Für die Bewohner ist das ein praktischer Unterschied: Trümmer können ein Haus oder eine Stromleitung beschädigen, selbst wenn die Drohne als abgeschossen gezählt wird.

Wo die übrigen 12 geblieben sind

Von 116 Drohnen wurden 94 abgeschossen, 10 schlugen an sieben Orten ein. Zusammen sind das 104. Weitere 12 sind in der Meldung nicht aufgeschlüsselt. Ein Teil war vermutlich zum Zeitpunkt des Berichts noch in der Luft: Die Luftstreitkräfte erklärten, der Angriff dauere an, und am Himmel befänden sich etwa zehn feindliche Drohnen. Das endgültige Bild liefert jedoch erst die aktualisierte Meldung.

Das ist eine typische Eigenschaft von Morgendaten: Sie sind vorläufig, und die Endzahl weicht meist ab. Daher ist ein Vergleich der „Abschussquote“ zwischen verschiedenen Nächten nur auf Grundlage der endgültigen Zahlen und mit derselben Methodik korrekt.

Nach vorläufigen Angaben wurden Stand 08:30 Uhr von der Flugabwehr 94 feindliche Drohnen der Typen Shahed (davon 74 strahlgetriebene), „Gerbera“ sowie anderer Typen abgeschossen/unterdrückt.

Was daraus folgt

Wenn der Anteil strahlgetriebener Drohnen bei nächtlichen Angriffen steigt, sinkt die gesamte „Abschussquote“, selbst wenn die Flugabwehr so gut arbeitet wie zuvor. Deshalb ist es sinnvoller, nicht auf eine einzelne Gesamtzahl zu achten, sondern darauf, wie viele strahlgetriebene Drohnen durchgekommen sind.

Die Kernfrage für die nächsten Meldungen lautet also: Nähert sich das Ergebnis gegen strahlgetriebene Drohnen den 95 %, die die Flugabwehr gegen den Rest erreicht? Falls nicht, werden 10 Treffer an 7 Orten nicht die Ausnahme, sondern die Regel solcher Nächte sein.

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