Aktuelle Lage
In der Hauptstadt und in der Region Kiew ist eine deutliche Verbesserung der Stromversorgung zu verzeichnen — Ergebnis der Nacht- und Tageseinsätze der Reparaturbrigaden und günstigerer Wetterbedingungen. Das teilte Energieminister Денис Шмигаль während einer Sitzung des Einsatzstabes zur Beseitigung der Folgen des Ausnahmezustands mit, berichtet УНН.
«In der Hauptstadt und in der Region Kiew beobachten wir eine positive Dynamik in der Stromversorgung dank der rund um die Uhr arbeitenden Reparaturbrigaden und der Verbesserung der Wetterbedingungen»
— Денис Шмигаль, Energieminister
Nach Angaben des Ministers wurden in Kiew an diesem Tag Abschaltpläne mit bis zu zwei Stufen angewendet, in der Oblast gelten nur minimale Einschränkungen. Gleichzeitig sagen Meteorologen eine Abkühlung voraus, die den Verbrauch erhöht, und die Gefahr neuer feindlicher Angriffe auf die Energieinfrastruktur bleibt hoch.
Was jetzt getan wird
Alle zuständigen Dienste haben in den Zustand erhöhter Bereitschaft gewechselt: Reparaturbrigaden arbeiten rund um die Uhr, Leitstellen passen die Schaltpläne an, und das Energiemanagement verstärkt die Reserven. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau verteilter Erzeugung, die die Abhängigkeit einzelner Netzpunkte von großen Kraftwerken verringert.
«In den letzten 24 Stunden wurden in der Region Kiew zusätzlich noch 9 МВт solcher Erzeugung in Betrieb genommen. Die Umsetzung dieser Projekte ist von entscheidender Bedeutung für die Sicherung der Stabilität des Energiesystems der Hauptstadt»
— Денис Шмигаль, Energieminister
Internationale Hilfe und erste Maßnahmen
Schlüssel für die kurzfristige Verstärkung des Netzes waren Lieferungen und Verhandlungen mit Partnern: die Vereinbarung über die Lieferung von 3 Leistungstransformatoren aus Deutschland und die Zusagen internationaler Geber, weitere 13 Mio. Euro an den Fonds zur Unterstützung des Energiesektors zu schicken. Das ist ein Beispiel dafür, wie technische Hilfe und finanzielle Solidarität die operative Widerstandsfähigkeit erhöhen.
«Ich habe die G7-Staaten aufgefordert, die Energiehilfe für die Ukraine zu verstärken und ihre Luftverteidigung auszubauen. Die Ukraine benötigt etwa 15 Milliarden Dollar zur Finanzierung der Luftabwehr»
— Андрій Сибіга, Leiter des Außenministeriums der Ukraine
Erläuterung der Bedeutung: Investitionen in die Luftabwehr sind nicht nur für die militärische Sicherheit wichtig, sondern auch für den Schutz kritischer Infrastruktur, insbesondere der Energieinfrastruktur. Ohne ausreichende Luftabwehr laufen selbst modernisierte Netze Gefahr, nach weiteren Angriffen an Wirksamkeit zu verlieren.
Was das für die Kiewer bedeutet
Kurzfristig — mehr stabiles Licht und weniger Abschaltungen. Mittelfristig — die Rolle verteilter Erzeugung und importierter Ausrüstung wächst. Aber das Gleichgewicht ist fragil: Abkühlung erhöht die Belastung, und neue Angriffe können das System schnell wieder in einen kritischen Zustand versetzen.
Punktuelle Gewinne — 9 МВт Erzeugung, drei Transformatoren, 13 Mio. Euro — sind wichtig, aber ohne umfangreiche Finanzierung der Luftabwehr und durchdachte Investitionen in die Modernisierung des Netzes unzureichend. Nun steht die Frage auf der Agenda der Partner: Werden sie die politische Unterstützung in Technik und Geld umsetzen, die das Netz in den kalten Monaten tatsächlich erhalten kann?