In Rumänien vom Stapel gelassen: hybrides Schiff für den Bau von Offshore-Windparks — was bedeutet das für die regionale Energieversorgung?

Vard Brăila hat das erste von zwei OECV‑Schiffen für Island Offshore zu Wasser gelassen. Das ist nicht nur Technik – ein Signal für das Wachstum emissionsarmer Technologien und die Produktionskapazität der Region, die für die Energiesicherheit des Schwarzmeerbeckens wichtig werden könnte.

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Фото: Vard

Kurz — Ereignis und dessen Kern

Am 9. Februar wurde auf der Werft Vard Shipyards Romania — Brăila das Schiff NB 977 mit dem Namen Island Evolution zu Wasser gelassen. Es ist das erste von zwei hybriden Schiffen des Typs Ocean Energy Construction Vessel (OECV), die für den norwegischen Betreiber Island Offshore gebaut werden. Über die Veranstaltung berichtete das Unternehmen selbst auf LinkedIn.

Im Inneren — Technologien und Einsatzzweck

Das Schiff basiert auf der Konstruktion VARD 3 25, die darauf ausgelegt ist, Einsätze zu optimieren und Umweltbelastungen zu minimieren. Wichtige technische Eckdaten: Länge — 120 m, heavekompensierter Hubkran für Unterwasserarbeiten — 250 t, Dynamisches Positioniersystem DP2, Unterbringung für 120 Personen.

Besonderheit ist der hybride Antriebsstrang mit einem Energiespeicher von 1,7 MWh, ein Wärmerückgewinnungssystem und die Auslegung für den Betrieb mit alternativen, emissionsarmen Kraftstoffen. Diese Kombination ermöglicht es, Emissionen zu reduzieren und die Autonomie bei komplexen Offshore-Einsätzen zu erhöhen — von der Montage von Windturbinen bis zu Unterwasserarbeiten.

"In den letzten zwanzig Jahren hat Island Offshore viele Schiffe bei den Vard-Werften bauen lassen. Alle Rümpfe wurden in den rumänischen Werften in Brăila und Tulcea gefertigt und anschließend nach Norwegen geschleppt, um dort fertiggestellt zu werden."

— Roy Viggo Fjørtoft, Projektmanager, Island Offshore

Kontext: Warum das jetzt wichtig ist

Dieser Stapellauf ist Teil eines breiteren Trends: Investitionen in die Infrastruktur für Offshore-Windparks und den Übergang zu emissionsarmen Technologien. Ein Beispiel sind die Umsetzungsraten von Projekten in der Ostsee: Im Juli 2025 hat Orlen die erste Turbine bei Baltic Power installiert (geplante Kapazität 1,2 GW), während einige Akteure wie Vestas ihre Produktionspläne anpassen. Zusammen unterstreicht dies: Nachfrage und Lieferketten in Europa verschieben sich, und Werften in der Region gewinnen strategische Bedeutung.

Wie weiter — Zeitplan und regionale Folgen

Die Ausstattung der Island Evolution wird in Rumänien fortgesetzt; im Juni wird das Schiff zur Vard Langsten in Norwegen verlegen, um dort die Endausrüstung und Inbetriebnahme zu erhalten. Für die regionalen Volkswirtschaften bedeutet das nicht nur einen Rumpf — es sichert Arbeitsplätze, fördert die Entwicklung von Ingenieurskompetenzen und stärkt logistische Verbindungen zwischen den Werften der Schwarzmeer‑Baltischen Region.

Für die Ukraine und den Wiederaufbau ihrer maritimen Infrastruktur sowie ihrer Energieunabhängigkeit hat dieser Trend praktische Relevanz: Das Vorhandensein moderner Werften und Erfahrungen im Bau von Schiffen für Offshore-Windparks schafft Möglichkeiten für Zusammenarbeit, Technologietransfer und Integration in regionale Lieferketten, sobald entsprechende Projekte im Schwarzen Meer entstehen.

Fazit

Der Stapellauf der Island Evolution ist nicht nur eine industriereportage. Er markiert: Die regionale Schiffbaubasis ist in der Lage, moderne Plattformen für emissionsarme Offshore-Einsätze zu liefern. Die Frage an Politik und Wirtschaft lautet: Wie schnell und in welcher Form kann die Ukraine diese Welle von Technologien und Produktionsmöglichkeiten im Prozess des Wiederaufbaus und des Energieumbaus nutzen?

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