Was passiert ist
Infolge eines nächtlichen Massenvorstoßes wurde ein Teil des ukrainischen Stromnetzes beschädigt — nach operativen Angaben blieben in Kiew bis zu 170.000 Familien ohne Strom. Der Energiekonzern DTEK präzisiert, dass vorübergehend rund 107.000 Anschlüsse abgeschaltet waren, darunter große Flächen im Desnianskyj-Bezirk der Hauptstadt (berichtet UNN und die Pressestelle des Unternehmens).
"Kiew: 107.000 Familien vorübergehend ohne Strom nach massiver Attacke. Und noch eine schwere Nacht für die Energieversorgung. Durch die massiven Angriffe blieben Teile der Häuser im Desnianskyj-Bezirk ohne Elektrizität."
— DTEK
Maßnahmen der Energieversorger und der Verteidigung
Die Energieversorger berichten, dass sie vorrangig die Stromversorgung kritischer Infrastrukturen wiederhergestellt haben. Auf Anordnung von Ukrenergo wurden in der Dnipropetrowsk-Region Notabschaltungen zur Stabilisierung des Netzes angewendet. In der Oblast Sumy und in der Oblast Charkiw wurden in mehreren Bezirken Pläne für Notabschaltungen und stundenweise Abschaltungen eingeführt (Shostka, Konotop, Romny sowie die Gemeinden Yampil und Seredyna-Buda — nach Angaben von Sumyoblenergo und Kharkivoblenergo).
"In der Oblast Sumy wurden Pläne für Notabschaltungen für Verbraucher der Prioritätsstufen 1–5 eingeführt (Shostka, Konotop, Romny, sowie die Gemeinden Yampil und Seredyna-Buda)."
— Sumyoblenergo
Zugleich melden die Luftstreitkräfte eine hohe Wirksamkeit der Luftabwehr: 15 von 24 ballistischen Raketen, eine gelenkte Rakete und etwa 197 von 219 Drohnen wurden abgeschossen (operative Lageberichte).
Warum das geschah — und warum es wichtig ist
Das Ziel solcher Angriffe ist nicht nur, einzelne Leitungen vorübergehend außer Betrieb zu setzen, sondern systemischen Druck auf das Energiesystem und die zivile Infrastruktur auszuüben. Als Reaktion setzen ukrainische Dienste präventive Maßnahmen (Notabschaltungen) ein, um großflächige Netzzusammenbrüche zu vermeiden und den Betrieb kritischer Einrichtungen (Krankenhäuser, Verkehr und kommunale Dienste) zu erhalten. Diese Praxis ist eine strategische Maßnahme zur Erhaltung des Netzes unter Last — kein "Versagen".
Was Anwohner tun sollten
- Folgen Sie den offiziellen Mitteilungen der Energieunternehmen und der lokalen Behörden. - Halten Sie die Akkus Ihrer Telefone geladen, bewahren Sie Powerbanks und notwendige Medikamente griffbereit auf. - Wenn Sie lebenswichtige medizinische Geräte angeschlossen haben, informieren Sie lokale Dienste und medizinische Einrichtungen über die Notfallkanäle.
Fazit
Dieser Angriff unterstreicht erneut: Der Krieg wird nicht nur an der Front geführt — Energie-Resilienz ist Teil der Verteidigungsstrategie geworden. Die nächsten 24–72 Stunden werden entscheidend sein für die Wiederherstellung des Netzes und die Bewertung der Schäden; von der Schlagkraft der Energetiker und der Koordination mit den Verteidigungsstrukturen hängt ab, wie schnell der gewohnte Alltag zurückkehren kann. Ob ausreichend Ressourcen und internationale Unterstützung für eine beschleunigte Wiederherstellung zur Verfügung stehen, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.