Kiew ist aus der Perspektive von Luftangriffen faktisch zu einer Stadt in Frontlinie-Nähe geworden — es wird von Raketen von S-400-Luftabwehrkomplexen erreicht, die vom Territorium der russischen Gebiete Brjansk und Kursk aus gestartet werden. Dies sagte ein Angehöriger der Streitkräfte der Ukraine, Militärexperte Oleksandr Musienko, in einem Interview mit Radio NV, meldet UNN.
Nach seinen Angaben verfügen die ukrainischen Streitkräfte derzeit nicht über ausreichende Möglichkeiten, um die S-400-Startvorrichtungen auf dem Territorium, von dem der Feind Feuer eröffnet, systematisch zu zerstören.
Wir haben derzeit noch keine vollständigen wirksamen Möglichkeiten, um die Startvorrichtungen auf dem Territorium der Regionen Kursk und Brjansk aktiver und effektiver zu zerstören. Und faktisch kann der Feind seine S-400-Systeme heranführen und 3-5-8 Raketen 3-4 Mal pro Woche abfeuern. Und 3-4 kombinierte, große Anschläge kann der Feind pro Monat durchführen. Das heißt, 70-80 Raketen bei einem Angriff und mehrere hundert Drohnen einsetzen.
— Musienko
Kombinierte Taktik
Der Experte wies darauf hin, dass das Besondere der jüngsten Anschläge in der Erweiterung des Spektrums der Raketen bestand, die der Gegner einsetzt, insbesondere der S-400. Russland kombiniert solche Anschläge mit massiven Drohnenstartvorgängen und erschwert damit die Arbeit der Luftverteidigung.
„Diese S-400-Raketen sind in der Regel mit einer großen Menge an kleinen Elementen, Schrapnell oder Splitterladungen bestückt, um möglichst viele Todesfälle und Verluste zu verursachen. Das heißt, Russland setzt diese Raketen hauptsächlich als offene Terrorwaffe, als Genozid gegen Ukrainer ein, um sie zu demoralisieren und Panik auszulösen", fügte Musienko hinzu.
Folgen des Anschlags auf Kiew
Die Zahl der Verletzten durch den russischen Anschlag auf die Hauptstadt ist auf 33 Personen gestiegen, darunter vier Minderjährige. 9 Menschen wurden getötet. In Kiew sind die Arbeiten zur Beseitigung der Folgen des Anschlags bereits abgeschlossen.
Die Schlüsselfrage ist, ob die vorhandenen Ressourcen der Luftverteidigung und der Mittel zur Zerstörung von Startvorrichtungen auf russischem Territorium ausreichen, um die Häufigkeit solcher kombinierten Anschläge zu verringern, bevor sie zur regelmäßigen Terrorpraxis gegen die Zivilbevölkerung der Hauptstadt werden.