Am Morgen des 5. Juni explodierte ein Paket auf dem Gelände eines Sortierzentrums des Postbetreibers im Bezirk Obolon in Kiew während seiner Überprüfung. Ein 59-jähriger Mann – vermutlich ein Mitarbeiter des Zentrums – kam ums Leben. Zwei weitere Personen, 37 und 41 Jahre alt, wurden verletzt. Die Polizei gibt keine genauen Details zu ihrem Zustand an.
Was die Strafverfolgungsbehörden festgestellt haben
An der Stelle arbeiten eine ermittlungs-operative Gruppe, Sprengstoffexperten der Kiewer Polizei, Rettungskräfte des DSNS und Sanitäter. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Stadt Kiew wird die Explosion vorläufig als Abs. 3 Art. 258 des Strafgesetzbuchs der Ukraine eingestuft – ein Terrorakt, der zum Tod einer Person führte. Die Vorermittlungen werden von Ermittlern der Hauptdirektion des SBU in Kiew und der Region Kiew unter der prozessualen Leitung der Staatsanwaltschaft durchgeführt.
Eine Vorermittlung nach Abs. 3 Art. 258 des Strafgesetzbuchs der Ukraine eingeleitet – ein Terrorakt, der zum Tod einer Person führte.
Staatsanwaltschaft der Stadt Kiew, 5. Juni 2026
Nicht der erste Fall
Dies ist bereits der zweite ähnliche Vorfall in Kiewer Postdienststellen in weniger als einem Jahr. Am 30. Oktober 2025 explodierte in einem Sortierzentrum von „Ukrposhta" im Bezirk Solomianski ein Paket, das zur Ausfuhr bearbeitet wurde. Damals wurden fünf Personen verletzt – zwei Zollbeamte und drei Postangestellte. Die Identität des Absenders jenes Pakets konnte das Ermittlungsteam operativ feststellen. Ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen gibt – wurde offiziell nicht bestätigt.
Am 3. Juni, zwei Tage vor diesem Vorfall, zerstörten feindliche Drohnen das Terminal von Nova Poshta in Dnipro – aber jener Schlag war nicht terrestrischen Ursprungs. Die zeitliche Übereinstimmung wird verzeichnet, Schlussfolgerungen wird das Ermittlungsteam ziehen.
Taktischer Kontext
Die Verwendung von Postpaketen als Mittel zur Lieferung von Sprengkörpern ist eine dokumentierte Praxis der russischen Geheimdienste auf dem von der Ukraine kontrollierten Gebiet. Zwei Explosionen in Sortierzentren Kiews innerhalb von acht Monaten deuten entweder auf eine systematische Schwachstelle im Inspektionsverfahren oder auf einen gezielten Versuch hin, diese zu testen. Keine der Versionen schließt die andere aus.
- Todesfälle: ein Mann 59 Jahre alt, Identität wird festgestellt
- Verletzte: zwei Männer, 37 und 41 Jahre alt
- Einstufung: Abs. 3 Art. 258 des Strafgesetzbuchs – Terrorakt mit tödlichem Ausgang
- Ermittlungen: Hauptdirektion des SBU in Kiew und Region Kiew
Wenn es dem Ermittlungsteam gelingt, den Absender genauso schnell wie im Oktober 2025 zu identifizieren – wird es Grund geben, von einem Serienanschlag und einer einzigen operativen Kette zu sprechen. Wenn nicht – bleibt die Frage unbeantwortet, warum die Inspektionsverfahren nach dem ersten Vorfall nicht geändert wurden.