100 Hektar und ein Auto: Lwiw startet kostenlosen Minibus auf dem größten Friedhof der Stadt

Ein Mercedes-Benz Sprinter von deutschen Partnern wird kostenlos auf dem Holoskyj-Friedhof verkehren – vorrangig für Menschen mit Behinderungen, ältere Besucher und jene, die Gräber in den entlegensten Bereichen pflegen.

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Голосківське кладовище з висоти пташиного польоту (фото – Львівська міська рада)

Den Holoskyvskyj-Friedhof von Rand zu Rand zu durchqueren – das ist mehr als ein Spaziergang durch einen Park. Über 100 Hektar, 150.000 Gräber und kein innerer Nahverkehr – bis diese Woche.

Was und warum

Der Stadtrat von Lwiw kündigte die Inbetriebnahme kostenloser Transportdienste auf dem Gelände des Holoskyvskyj-Friedhofs an – dem größten in der Stadt und einem der drei größten in der Ukraine. Dafür wird ein Mercedes-Benz Sprinter verwendet, den Lwiw von deutschen Partnern erhalten hat.

«Die Fläche des Friedhofs – über 100 ha – ist ein großes Gebiet, und es ist für Menschen sehr schwierig, zu den Gräbern ihrer Angehörigen zu gelangen. Daher wird die Fahrt zu den Begräbnisstätten mit einem Kleinbus diesen Prozess erheblich erleichtern»

Pressestelle des Stadtrats von Lwiw

Priorität haben ältere Menschen, Besucher im Rollstuhl und Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Dies ist faktisch der erste Schritt zur Umsetzung der «Strategie für einen barrierefreien Raum der Lwiwer Stadtgemeinde bis 2030»: Im November 2024 nahm die Kommission für Unternehmertum des Stadtrats den Friedhofstransport in den Maßnahmenplan für 2025 auf.

Was sich sonst noch auf dem Holoskyvskyj-Friedhof ändert

Der Kleinbus ist nicht die einzige Neuerung für diesen Friedhof. Parallel dazu werden hier mehrere Projekte umgesetzt:

  • Bis Ende 2025 soll der Bau eines Krematoriums – des ersten in Lwiw – abgeschlossen sein.
  • Die sterblichen Überreste vom Ruhm-Hügel sollen nach Untersuchung und Exhumierung sowjetischer Gräber auf den Friedhof verlegt werden.
  • Die Arbeiten zur Gestaltung der Zufahrtsstraße von der Mykolajchuk-Straße sind im Gange.

Details sind noch nicht geklärt

Routen, Fahrplan und Betriebsmechanismus des Kleinbusses werden im Stadtrat derzeit erarbeitet – konkrete Startdaten wurden nicht angekündigt. Dies ist eine typische Situation für ähnliche Initiativen: Das Transportmittel ist vorhanden, die Logistik jedoch nicht. Die Frage ist, ob alles bis Allerheiligen und zum Gedenktag im November fertig wird – dem ersten echten Test für die Route, wenn der Friedhof innerhalb weniger Tage Zehntausende von Besuchern empfängt.

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