503 Angriffsmittel — und Vodafone warnt vor Ausfällen: Was hinter den Unterbrechungen nach der Nacht des 8. November steckt

Russland griff die Energieinfrastruktur mit 503 Raketen und Drohnen an. Folge sind Notabschaltungen, Überlastung der Netze und Störungen bei Vodafone-Heiminternetdiensten.

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Фото: EPA / ANDY RAIN

In der Nacht zum 8. November führte Russland einen der größten kombinierten Anschläge auf die kritische Infrastruktur der Ukraine seit Beginn der vollumfassenden Invasion durch. Nach Angaben der Luftwaffe setzte der Gegner 503 Luftangriffsmittel ein: 45 Raketen (davon 32 ballistische Raketen, darunter „Iskander-M" und nordkoreanische KN-23) und 458 Drohnen – hauptsächlich „Shahed". Die Luftabwehr neutralisierte 415 Ziele. Treffer wurden an 25 Orten registriert.

Hauptziel war die Energiewirtschaft. Das Energieministerium bestätigte einen massiven Angriff auf Objekte des Energiesystems, woraufhin in mehreren Regionen Notabschaltungen eingeleitet wurden. Kremenchuk in der Region Poltawa blieb vollständig ohne Strom.

Warum verschwand die Verbindung, wenn der Strom zurückkehrte

Nach teilweiser Wiederherstellung der Stromversorgung verzeichneten Vodafone-Nutzer massive Ausfälle – fehlende Mobilfunksignale und Internet, obwohl im Haus Strom vorhanden war. Das Unternehmen erklärte den Mechanismus:

„Aufgrund von Stromausfällen kann es zu vorübergehenden Einschränkungen beim Betrieb des Vodafone-Netzes kommen. Nach Wiederherstellung des Stroms wechseln viele Nutzer gleichzeitig zum mobilen Internet, was zu Spitzenlasten führt".

Vodafone Ukraine, offizielle Mitteilung an Abonnenten

Separat warnte der Betreiber vor Ausfällen des stationären Heimnetzes, der Kontoaufladung und des Kundenservice – eine Folge von Schäden an der Bodeninfrastruktur, nicht nur Überlastung.

Basisstationen: Reserve ist nicht unbegrenzt

Vodafone erinnerte daran, dass alle Basisstationen mit Notstromversorgung ausgestattet sind – diese reicht jedoch nur für einige Stunden, abhängig von der Last. Längere oder wellenartige Ausfälle erschöpfen die Reserve, bevor sich das Netz stabilisieren kann.

Dies ist eine strukturelle Verwundbarkeit: Investitionen in Energieunabhängigkeit von Telekommunikationsbetreibern sind auf kurzfristige Ausfälle ausgelegt, nicht auf kaskadierende Schläge gegen das Verteilnetz. Der Anschlag vom 8. November ist genau ein solches Szenario.

In Dnipro traf eine Drohne ein Wohngebäude und zerstörte Wohnungen vom zweiten bis zum sechsten Stock. Zwei Menschen kamen ums Leben, 11 wurden verletzt, darunter ein 13-jähriges Mädchen. In Charkiw war die U-Bahn zum zweiten Tag hintereinander wegen Stromversorgungsproblemen nicht in Betrieb.

Sollte Russland mit wechselseitigen massiven Angriffen und gezielten Attacken auf kleine Umspannstationen fortfahren – eine Strategie, die Reuters als neuer Trend von 2025 dokumentiert hat – werden sich Telekommunikationsbetreiber vor die Wahl gestellt: entweder die Kapazität der Notstrom-Akkus an jeder Station verdoppeln oder vorab eine vorrangige Stromwiederherstellung mit den Energieversorgern abstimmen. Bislang hat kein Betreiber öffentlich dargelegt, welcher der beiden Wege gewählt wurde.

Weltnachrichten

Krieg

In der Nacht zum 2. Juli führte Russland einen der größten Anschläge auf Kyjiw seit Beginn des Krieges durch — und setzte dabei zum ersten Mal wirksam „Zirkone" sowie massives ballistisches Feuer ein, das die Luftverteidigung praktisch nicht aufhalten konnte. Mindestens 21 Menschen kamen ums Leben, über 90 wurden verletzt, Rettungskräfte suchen weiterhin nach Vermissten unter den Trümmern.

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