Das Kabinett der Minister hat zwei neue Objekte in das Register der Industrieparks aufgenommen: „Mezhybizh Invest Park" in der Region Chmelnyzkyj und „BIOINDUSTRPARK" in der Region Odessa. Das Wirtschaftsministerium erwartet von ihnen 650 Arbeitsplätze und insgesamt Investitionen von über 535 Millionen Hrywnja — mit teilweiser Beteiligung von Privatkapital.
Was und wo
Der „Mezhybizh Invest Park" erstreckt sich über 13 Hektar in der Mezhybizh-Siedlungsgemeinde des Bezirks Chmelnyzkyj. Das angegebene Investitionsvolumen liegt bei etwa 350 Millionen Hrywnja. Der „BIOINDUSTRPARK" mit einer Fläche von 11,5 Hektar befindet sich auf dem Territorium der Gemeinde Zelenohirsk im Bezirk Podilsk der Region Odessa; der Initiator plant Investitionen von etwa 185 Millionen Hrywnja plus Mittel von zukünftigen Teilnehmern.
Beide Parks sind auf den Verarbeitungs- und Agrarsektor ausgerichtet — Branchen, in denen der Westen aktiv nach Alternativen zu asiatischen Lieferketten sucht.
Kontext: Das Register wächst schneller als die Fabriken
In der Ukraine sind derzeit 114 Industrieparks im ganzen Land registriert. Gleichzeitig waren bis Ende 2025 in den Industrieparks nur 37 Industrieunternehmen gebaut oder im Bau. Das heißt, die tatsächliche Produktion hat in weniger als jedem dritten registrierten Park begonnen.
Der Staat versucht, diese Lücke durch direkte Finanzierung zu schließen. Das Kofinanzierungsschema sieht 50 % vom Staat (bis zu 150 Millionen Hrywnja) und 50 % Eigenmittel vor; für deokupierte Gebiete ändert sich das Verhältnis auf 80/20. Im Jahr 2025 hat die Ukraine 697,77 Millionen Hrywnja an staatlichen Mitteln für 22 Infrastrukturobjekte in 13 Industrieparks bereitgestellt.
„Jede Hrywnja staatlicher Kofinanzierung in die Infrastruktur von Industrieparks ermöglicht es, um ein Vielfaches größere private Investitionen anzuziehen und neue Arbeitsplätze zu schaffen, wodurch die Wirtschaft während des Krieges gestärkt wird".
— stellvertretender Wirtschaftsminister
Diese These ist theoretisch richtig. In der Praxis wird sie überprüft, wenn der private Investor die Registrierung nicht als Signal zum Eintritt, sondern als administrative Formalität betrachtet.
Warum Chmelnyzkyj-Region und Odessa-Region — kein zufälliger Wahl
Die Region Chmelnyzkyj ist eine der Regionen, in die Unternehmen 2022–2023 aus dem Osten umgesiedelt sind. Die Nachfrage nach Produktionsinfrastruktur hier ist real, nicht auf dem Papier. Odessa ist ein Verkehrsknotenpunkt mit Zugang zu Häfen, was für die Agrarverarbeitung und den Export kritisch ist. Der Name „BIOINDUSTRPARK" signalisiert bereits ein biotechnologisches oder agroindustrielles Profil — genau der Bereich, in dem die Ukraine eine Rohstoffbasis hat, aber immer noch bei der Wertschöpfung verliert.
Was außer Sicht bleibt
- Kontrollmechanismus für die Erfüllung von Investitionsverpflichtungen — in den öffentlichen Materialien des Wirtschaftsministeriums nicht detailliert dargelegt — weder Fristen noch Sanktionen für die Nichterfüllung des angegebenen Investitionsvolumens.
- „Privatfinanzierung und Mittel der Teilnehmer" für den „BIOINDUSTRPARK" sind bislang hypothetisch: Teilnehmer sind noch nicht angezogen.
- Schutzzone und Logistik — 11,5 Hektar im Bezirk Podilsk in der Region Odessa bedeutet keinen einfachen Zugang zur Hafeninfrastruktur.
Wenn der Anteil der Parks mit tatsächlicher Produktion bis Ende 2026 nicht 40 % übersteigt, werden neue Registrierungen wie eine Methode aussehen, über Aktivität zu berichten, anstatt wie ein Instrument zur Kapitalanlage.