«Trident» trifft Flugzeuge auf 5 km - aber wird manuell gesteuert. Wo ist hier die KI?

Das ukrainische Lasersystem „Trizub" erstmals in Aktion gezeigt: Es zerstört Raketen in 3 km Entfernung, Hubschrauber und Flugzeuge in 5 km, blendet Ziele in 10 km. Doch das Video enthüllte ein Detail, das in der Ankündigung nicht hervorgehoben wurde.

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Комплекс Тризуб (Фото: Celebra)

Auf der Konferenz „Europäische Rüstungsindustrie: Perspektiven der Zusammenarbeit mit der ukrainischen Rüstungsindustrie" zeigte der Kommandant der Drohnensysteme der Streitkräfte der Ukraine, Wadym Sucharewskij, erstmals öffentlich die Funktionsweise des Laserkomplexes „Trysub". Die Aufnahmen der Tests bestätigten: Das System ist real. Die Frage ist nur — wie einsatzbereit es ist.

Was das System kann — und was es verspricht

Nach den veröffentlichten Charakteristiken zerstört „Trysub" Angriffsdrohnen, Fliegerbomben, Marsch- und Ballistische Raketen in einer Entfernung von bis zu 3 km. Hubschrauber und Flugzeuge — bis zu 5 km. Im Modus der optischen Blendung reicht die Reichweite bis zu 10 km. Nach Aussage von Sucharewskij ist die Ukraine bereits die fünfte Land der Welt, das die Existenz eines Kampflasers bestätigen kann.

„Er funktioniert wirklich, er existiert wirklich. Heute können wir mit diesem Laser bereits in einer Höhe von über 2 km Flugzeuge abschießen"

Wadym Sucharewskij, Kommandant der Drohnensysteme der Streitkräfte der Ukraine

In zwei Jahren ist das Projekt den Weg vom Konzept zum genehmigten Kampfmuster gegangen. Im vergangenen Winter hat das System erfolgreich FPV-Drohnen verschiedener Größen durchbohrt, früher — die Optik und Elektronik von Aufklärungsdrohnen in einer Entfernung von bis zu 1500 Metern getroffen.

Das, was nicht in die Schlagzeilen kam

Das Video der Präsentation dokumentiert ein wichtiges Detail: Trotz der erklärten KI-Zielerfassungsintegration steuert der Operator die Laserkanone manuell — mit einem Joystick. Die optoelektronische Station am Komplex ist vorhanden, aber automatische Zielerfassung und Nachführung sind in dem Video nicht zu sehen.

Analysten, die die veröffentlichten Materialien überprüft haben, sind der Ansicht, dass „Trysub" derzeit ein funktionsfähiger Prototyp bleibt: Das System bestätigt das physische Konzept, aber der autonome Zielerfassungsmodus wird wahrscheinlich in der nächsten Entwicklungsphase hinzugefügt.

Umfang und Kontext

Seit April 2025 stammen über 40% der Bewaffnung der Verteidigungskräfte der Ukraine von inländischen Herstellern. Im Jahr 2024 hat die Ukraine die Produktion von Marschflugkörpern um das Achtfache gesteigert. „Trysub" fügt sich in eine breitere Strategie ein: Importierte Luftabwehrsysteme durch günstigere Alternativen pro Salve ersetzen — ein Laserschuss erfordert keine teure Abfangrakete.

  • Kosten pro „Schuss" — im Grunde genommen der Strompreis, nicht der Raketpreis
  • Schwachstelle — Abhängigkeit von Wetter und Luftklarheit (Nebel, Rauch verringern die Wirksamkeit)
  • Konkurrenten — Israel (Iron Beam), USA (HELIOS), Türkei (ALKA) haben mehr finanzielle Ressourcen und Jahre an Tests

Celebra gibt weder Serienpläne noch die Kosten des Komplexes preis. Die öffentliche Präsentation, die das Unternehmen als „Abschlussphase" ankündigt, könnte sich als reine Präsentation erweisen — nicht als Beginn von Lieferungen.

Wenn das nächste Video automatische Zielerfassung ohne Beteiligung des Operators zeigt — wird „Trysub" wirklich aus der Kategorie „Prototyp" in die Kategorie „Waffe" übergehen. Bis dahin ist dies ein starkes Konzept mit bestätigter Physik.

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