AMPÜ gibt 395 Millionen für zwei Lotsenboote von der Mykolajiw-Werft aus

Die Verwaltung der Seehäfen der Ukraine hat einen Vertrag mit „Schwarzmeeryachten" abgeschlossen – einem Unternehmen, das sich zuvor hauptsächlich auf Yachtbau spezialisiert hatte. Was steckt hinter dieser Wahl und entspricht der Preis dem Markt.

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Фото: Чорноморські яхти

Die Verwaltung der Seehäfen der Ukraine (AMPU) hat mit dem Nikolajewer Schiffbauunternehmen „Schwarzmeeryachten" einen Vertrag über den Bau von zwei Lotsenkuttern abgeschlossen. Die Gesamtsumme des Vertrags beträgt 395 Millionen Hrywnja, also etwa 197,5 Millionen pro Einheit.

Lotsenkutter sind keine untergeordnete Hilfsflotte. Sie gewährleisten die Passage großtonnagiger Schiffe in den Hafenbecken und in deren Zugängen. Ohne eine funktionierende Lotsenflotte wird die Hafenlogistik anfällig — besonders unter den Bedingungen, unter denen die Ukraine versucht, ihren Seeexport nach Monaten der Blockade wiederherzustellen.

Wer sind die „Schwarzmeeryachten"

Die Werft aus Nikolajew ist in der Öffentlichkeit vor allem für Yachten und kleine Schiffe bekannt. Das Unternehmen verfügt jedoch über Erfahrung mit Staatsaufträgen und Produktionskapazitäten für den Schiffbau. Der Vertrag mit der AMPU gehört zu den größten in der öffentlichen Geschichte des Unternehmens.

Eine Frage stellt sich sofort: Warum gerade dieser Hersteller und warum diese Summe? Veröffentlichte Daten über die Ausschreibungsverfahren geben bisher kein vollständiges Bild über die Anzahl der Wettbewerber und vergleichenden Angebote.

Preis und Kontext

197,5 Millionen Hrywnja für einen Lotsenkutter entsprechen etwa 4,7–5 Millionen Dollar zum aktuellen Kurs. Zum Vergleich: Ähnliche Schiffe europäischer Produktion kosteten in der Vorkriegszeit zwischen 3 und 7 Millionen Euro je nach Klasse und Ausstattung. Die Spanne ist groß, und ohne die technischen Spezifikationen des Vertrags ist es unmöglich, die Angemessenheit der Summe zu bewerten.

Die AMPU hat die detaillierten Spezifikationen der Bestellung nicht veröffentlicht — weder die Klasse der Kutter, noch die Lieferfristen, noch Vertragsstrafen für Lieferverzögerungen. Dies ist ein standardmäßiges Problem bei großen Staatsaufträgen in der Branche: Sie werden öffentlich unterzeichnet, aber die Details bleiben in Dokumenten, zu denen man separat Zugang anfordern muss.

Warum das jetzt wichtig ist

Die Wiederaufnahme des Betriebs der ukrainischen Häfen — Odessa, Tschernomorsk, Südhaven — ist nicht nur eine Frage der Wirtschaft, sondern auch der Widerstandsfähigkeit. Eine verschlissene oder unzureichende Lotsenflotte beeinträchtigt direkt die Durchsatzkapazität der Häfen und die Sicherheit der Schiffsdurchfahrt. Der Staat investiert in eine Infrastruktur, die sich durch erhöhte Hafengebühren und Frachtumschlag amortisieren sollte.

Die Investition ist jedoch nur gerechtfertigt, wenn die Kutter zeitgerecht gebaut werden, den erklärten Eigenschaften entsprechen und zum Einsatz kommen — und nicht über Jahre im Status „in Bau" stecken bleiben. Genau dieser Mechanismus der öffentlichen Kontrolle ist im Vertrag bisher nicht sichtbar.

Wenn die AMPU die technischen Spezifikationen und den Lieferplan nicht offenlegt, wie können dann die Öffentlichkeit und Branchenexperten überprüfen, ob diese 395 Millionen wirklich in eine Flotte fließen und nicht nur auf dem Papier?

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