Warum Anschläge auf Lagerhäuser Ukrainer stärker treffen als Anschläge auf Geschäfte

Maudau reduziert die Belegschaft nicht wegen fallender Verkaufszahlen, sondern wegen der zerstörten Logistik — und das offenbart eine Schwachstelle des gesamten E-Commerce in der Ukraine.

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Фото: пресслужба Maudau

Maudau gab eine teilweise Personaloptimierung bekannt. Das Unternehmen, das zur Fozzy Group gehört, erklärt dies so: „Hinter jeder Position steht ein Mensch, seine Erfahrung und sein Beitrag zum Unternehmen. Deshalb ist es für uns wichtig, dass dieser Prozess so ehrlich, korrekt und mit Respekt vor jedem verlaufen, den er betrifft".

Innerhalb von zwei Wochen ist dies bereits die zweite solche Entscheidung auf dem Markt. Am 12. August gab Rozetka-Mitinhaberin Irina Tschetschtkina eine ähnliche Optimierung bekannt — nach der Zerstörung eines automatisierten Lagerkomplexes in Browary. Das Muster wiederholt sich: Es ist nicht der Rückgang der Nachfrage, der Unternehmen zwingt, Personal abzubauen, sondern die physische Zerstörung der Infrastruktur, die diese Bestellungen verarbeitet.

Logistik als Engpass

Der Online-Handel basiert auf drei Dingen: Website, Kuriernetzwerk und Lager. Die ersten zwei können in Tagen wiederhergestellt werden. Ein automatisierter Lagerkomplex hingegen nicht. Es ist ein Gebäude mit Förderbändern, Regalsystemen und Sortierausrüstung, das jahrelang gebaut wird und das nach einem Treffer einfach nicht „verlegt" werden kann.

Deshalb wirkt die Serie von Angriffen systemisch und nicht zufällig. In der Nacht zum 5. August griff Russland die Verteilzentren der Fozzy Group an, die Waren für „Silpo", Thrash! und „Fory" lieferten — sechs Arbeitnehmer kamen ums Leben. Am 20. August beschädigte ein Angriff das Ausweichlager von „Fory", das das Unternehmen gerade nach dem vorherigen Treffer zu nutzen begann. Ausweichkapazitäten werden genauso zu Zielen wie die Hauptanlagen.

Was das für den Kunden bedeutet

Die praktische Auswirkung für den Käufer ist nicht leere Regale, sondern längere Lieferzeiten und ein kleineres Sortiment „auf Lager" in Zeiten von Spitzenlasten. Unternehmen verteilen Waren zwischen erhaltenen Objekten neu, was längere Logistikketten und höhere Kosten pro Bestellung bedeutet, die früher oder später in der Rechnung sichtbar werden.

Für Mitarbeiter bedeutet die Personaloptimierung etwas anderes: Der Personalabbau erfolgt nicht, weil das Geschäft schwächer wird, sondern weil Arbeitsplätze physisch verschwinden — Kommissionierer und Kuriere sind an bestimmte Lager gebunden, die einfach aufgehört haben zu existieren.

„Maudau setzt seine Arbeit fort, entwickelt sich und bewegt sich vorwärts", betonten die Vertreter des Unternehmens.

Die Frage für die kommenden Monate ist einfach: Kann der ukrainische E-Commerce verteilte, weniger anfällige Lagernetze schneller aufbauen, als Russland sie zerstören kann. Bisher spricht die Bilanz nicht für das Geschäft.

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