"Quebecs Stolz": Trump droht mit Verbot des Verkaufs von Bombardier-Flugzeugen

Der amerikanische Präsident erklärte, dass der Leiter des kanadischen Flugzeugbauers vom US-amerikanischen Markt abgeschnitten werden würde – obwohl die Hälfte der gesamten Flotte des Unternehmens dort verkehrt.

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Літак Bombardier в аеропорту Лос-Анджелеса (Фото: Depositphotos)
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Am Dienstag schrieb Donald Trump auf Truth Social kurz und kategorisch: „Keine Bombardier-Verkäufe mehr in den USA!" Die Bedingung für die Aufhebung der Drohung lautet: Das kanadische Unternehmen muss die Flugzeugproduktion in die Vereinigten Staaten verlagern. Zuvor hatte der Präsident die Qualität von Bombardiers Produkten kritisiert und das Unternehmen beschuldigt, die USA wie eine „Schatzkammer" zu behandeln.

Hinter dieser Drohung stecken nicht abstrakte Handelsbilanzzahlen, sondern konkrete Arbeitsplätze. Bombardier hat 3500 Arbeitnehmer in den USA und arbeitet mit 2800 amerikanischen Zulieferern zusammen, während sich die Fabriken und Servicecentern des Unternehmens im Land befinden. Ein Verkaufsverbot würde nicht nur den kanadischen Hersteller treffen – es würde auch amerikanische Unternehmen, die Bombardier mit Komponenten beliefern, und Amerikaner, die in diesen Fabriken arbeiten, beeinträchtigen.

Warum das Verbot technisch unwahrscheinlich wirkt

Der Handelskrieg, den Trump gegen Kanada seit über einem Jahr führt, hat bislang die Luft- und Raumfahrtindustrie verschont – und es gibt einen Grund dafür. Die meisten Privatflugzeuge von Bombardier sind mit Triebwerken des amerikanischen Herstellers Honeywell Aerospace und GE Aerospace ausgestattet. Mit anderen Worten: Ein Verkaufsverbot für kanadische Flugzeuge würde gleichzeitig einem Schlag gegen die eigenen Triebwerkexporteure gleichkommen.

Der amerikanische Analyst Richard Aboulafia, zitiert von CBC, gab zu, dass er nicht versteht, wie die USA ein solches Verbot technisch umsetzen könnten. Das Problem liegt nicht am Willen, sondern daran, dass die Flugzeugindustrie ein verflochtenes Netzwerk von Lieferketten darstellt und nicht ein Land gegen ein anderes.

Wer läuft wirklich Gefahr, den Markt zu verlieren

Etwa die Hälfte der 5100 Bombardier-Flugzeuge, die ihre Kunden betreiben, befinden sich genau in den USA. Das bedeutet, es geht nicht um einen hypothetischen Absatzmarkt, sondern um einen bereits bestehenden Flugzeugbestand, dessen Wartung an die amerikanische Infrastruktur des Unternehmens gebunden ist. Ein Verbot für Neukäufe wird diese Flugzeuge nicht aus dem Himmel verschwinden lassen, wird aber die Logik zukünftiger Wartungsverträge und die Modernisierung der Flotte erschweren.

Quebecs Premierministerin Christine Fréchette nannte Trumps Post eine Provokation und unterstützte das Unternehmen öffentlich in den sozialen Medien X. „Bombardier ist ein Stolz Quebecs, eine Flaggschiff-Firma unserer Wirtschaft und einer der Schlüsselakteure der Luft- und Raumfahrtindustrie. Hinter diesem Unternehmen stehen tausende Arbeiter Quebecs, die unsere Kompetenz in der ganzen Welt demonstrieren", schrieb sie.

Kontext: Ein Handelskrieg, in dem Kanada nicht nachgegeben hat

  • Kanada ist eines der wenigen Länder der Welt, das sich weigerte, die Erhöhung amerikanischer Zölle auf seine Waren stillschweigend zu akzeptieren, und antwortete mit eigenen Zöllen.
  • Danach beschwerte sich Trump, dass es selbst mit China gelungen sei, sich auf Handel zu einigen, aber nicht mit Kanada.

Die Bombardier-Drohung wirkt eher wie ein Signal der Frustration als wie ein fertiger Aktionsplan: Zu viele amerikanische Arbeitsplätze und Unternehmen hängen vom Erfolg des kanadischen Herstellers ab. Die Frage ist, ob diese Aussage der Beginn echten Drucks auf die Luft- und Raumfahrtindustrie sein wird oder nur ein Post in den sozialen Medien bleiben wird – das wird davon abhängen, ob Kanada in den kommenden Wochen in den Handelsverhandlungen Zugeständnisse macht.

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