Das Kremenchuk-Einzelhandelsnetz MarketOpt kündigte an, auf ein Geschäftszersplitterungsschema zu verzichten und eine umfassende Reorganisation der Buchhaltungs-, Berichterstattungs- und Betriebssysteme durchzuführen. Die Entscheidung wurde nach Durchsuchungen durch Kontrollbehörden getroffen.
Geschäftszersplitterung ist ein klassisches Schema zur Minimierung der Steuerlast: Ein großes Unternehmen wird künstlich in mehrere kleinere juristische Personen aufgeteilt, von denen jede unter das vereinfachte Steuersystem fällt. Formal – separate Unternehmen. In der Praxis – ein einheitliches Netz mit einheitlicher Verwaltung und einem einzigen Begünstigten. In Kriegszeiten, wenn der Haushalt kritisch von Steuereinnahmen abhängt, haben solche Schemata direkte Kosten – unterfinanzierte Krankenhäuser, verzögerte Zahlungen an das Militär, Defizite in der Staatskasse.
MarketOpt ist kein kleiner Akteur. Das Netz umfasst Dutzende von Einzelhandelsstellen in Kremenchuk und der Region und bedient täglich Tausende von Kunden. Der Umfang des Geschäfts macht das Zersplitterungsschema besonders spürbar für den Haushalt – und besonders aussagekräftig als Präzedenzfall.
Das Unternehmen versprach, die Reorganisation freiwillig und in vollem Umfang durchzuführen. Allerdings spricht die Chronologie der Ereignisse für sich selbst: zuerst Durchsuchungen – dann Versprechungen. Es wurde bisher kein öffentlicher Kontrollmechanismus für die Durchführung der Reorganisation angekündigt: weder Fristen noch unabhängige Audits noch Rechenschaftspflicht gegenüber der Gemeinschaft.
Es ist bezeichnend, dass ähnliche Fälle in der Ukraine fast immer nach dem gleichen Szenario ablaufen: Das Geschäft optimiert Steuern, bis eine Überprüfung kommt. Danach – Reue und Umstrukturierung. Es gibt faktisch keinen systemischen Anreiz, aus der Illegalität herauszutreten, bevor eine Überprüfung stattfindet.
Die Frage ist nicht, ob MarketOpt sein Versprechen erfüllt – sondern ob es einen öffentlichen Verifizierungsmechanismus für diese Reorganisation geben wird, den man in einem Jahr überprüfen kann.