Kurz und auf den Punkt
Die Regierung hat den Verkauf von rezeptfreien Arzneimitteln in den Räumlichkeiten von Tankstellen erlaubt. Die Entscheidung wurde von der Pressestelle der Regierung veröffentlicht — für den Betrieb ist eine entsprechende Lizenz erforderlich, und der Verkauf wird von Tankstellenmitarbeitern durchgeführt, ohne dass Apotheken oder apothekenähnliche Abteilungen eingerichtet werden.
„Diese Entscheidung ermöglicht es, grundlegende Arzneimittel für die Menschen zugänglicher zu machen – vor allem bei Stromausfällen, in ländlichen Gemeinden, in abgelegenen Regionen und nachts, wenn das Apothekennetz oft nicht erreichbar ist, besonders außerhalb großer Städte.“
— Viktor Lyashko, Gesundheitsminister
Was sich genau geändert hat
Nun dürfen Tankstellen rezeptfreie Medikamente im Einzelhandel verkaufen, sofern sie eine Lizenz erhalten und eine Reihe von Anforderungen an Qualität und Lagerung einhalten. Erlaubt ist auch der Einsatz von Verkaufsautomaten, sofern die Anforderungen an Lagerung und Wareneingangskontrolle erfüllt werden.
Verkaufsbedingungen (kurz)
- Einhaltung der vom Hersteller festgelegten Lagerbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit usw.);
- Vorhandensein einer bevollmächtigten Person für die Wareneingangskontrolle der Arzneimittel — mit Hochschulausbildung mindestens auf dem Niveau eines grundständigen (kurzen) Zyklus in der Fachrichtung „Pharmazie, industrielle Pharmazie“ und mit Verantwortung für das Qualitätssystem auf regionaler Ebene;
- Einrichtung eines separaten Lagerbereichs für Arzneimittel, getrennt von anderen Waren an der Tankstelle;
- Der Verkauf über Verkaufsautomaten ist zulässig, sofern Lagerung und Qualitätskontrolle sichergestellt sind.
Warum das wichtig ist: Begründung der Entscheidung
Die Entscheidung zielt auf ein praktisches Problem ab: In Dörfern, abgelegenen Regionen und bei Stromausfällen ist das herkömmliche Apothekennetz oft nicht erreichbar. Allein die Einführung von Lizenzierung und Kontrollen bietet die Chance, die zeitlichen und geografischen Lücken im Zugang zu grundlegenden Medikamenten zu verkürzen — Schmerzmittel, Erkältungsmittel, grundlegende Erste-Hilfe-Mittel.
Ende September hatte die Regierung bereits Maßnahmen zur Erleichterung der Medikamentenversorgung in feldscherisch-akusherischen Punkten (FAP) beschlossen. Nun wird die Logik fortgesetzt: Statt fester Listen gilt die Orientierung an den tatsächlichen Bedürfnissen der Gemeinden.
Risiken und Kontrollmechanismen
Die Entscheidung ist nützlich, aber ihre Wirkung wird von den Überwachungsmechanismen abhängen. Zentrale Risiken sind: Nichteinhaltung der Lagerbedingungen, unzureichende fachliche Kontrolle bei der Wareneingangskontrolle sowie das Risiko minderwertiger oder falsch gekennzeichneter Arzneimittel. Um diese Risiken zu minimieren, sind schnelle Lizenzierungsverfahren, regelmäßige Inspektionen und eine transparente Aufstellung der Zuständigkeiten für die regionalen Gesundheitsbehörden erforderlich.
Experten der Pharma-Branche und lokale Verwaltungen erkennen den praktischen Nutzen der Initiative bereits an, betonen jedoch: Der Zugang muss Hand in Hand mit Kontrolle gehen.
Fazit
Die Entscheidung der Regierung hat das reale Potenzial, die Verfügbarkeit grundlegender Medikamente in kritischen Situationen zu erhöhen — nachts, in abgelegenen Gemeinden und bei Energieausfällen. Nutzen entsteht jedoch nur bei klaren Regeln zur Lizenzierung, Qualitätskontrolle und Verantwortung der Tankstellenbetreiber. Nun sind die Regionen und Betreiber gefragt: Gelingt die Verbindung von Zugang und Sicherheit, sodass es nicht nur auf dem Papier bleibt?