Als in Griechenland eine neue Welle von Großflächenbränden ausbrach, kam die Anfrage nach zusätzlichen Luftkräften dringend herein. Die Adresse war das ukrainische Luftfahrtunternehmen H3Operations — und in diesem Moment stand sein Mi-8MTV-1 in Juba, der Hauptstadt des Südsudan, über fünftausend Kilometer vom Zielort entfernt.
Eine ungeplante Route
Der übliche Korridor aus Ostafrika nach Europa — durch den Nahen Osten und Ägypten — war zum Zeitpunkt der Mission teilweise geschlossen oder als Hochrisikozone aufgrund der angespannten Sicherheitslage in der Region gekennzeichnet. Die Crew und das Bodenpersonal mussten die Route in kürzester Zeit überarbeiten.
«Die Sicherheitslage im Nahen Osten hat dieser Umstationierung besondere Komplexität verliehen — eine Reihe von Flugrouten wurde unzugänglich oder fiel in Hochrisikozonen. Unsere Fachleute mussten die Route operativ überarbeiten, neue Genehmigungen abstimmen und einen Kurs um gefährliche Gebiete planen».
— H3Operations, offizielle Erklärung
Die Route von Juba nach Griechenland verlief durch mehrere Jurisdiktionen: für jede waren separate Genehmigungsdokumente, technische Unterstützung und Koordination mit den Bodendiensten erforderlich. Der Hubschrauber kam rechtzeitig an und war vom ersten Tag an einsatzbereit.
Was ist H3Operations und warum wandte sich Griechenland an sie
H3Operations ist ein ukrainisches Unternehmen, das sich auf spezialisierte Luftfahrtdienstleistungen unter schwierigen Bedingungen spezialisiert: humanitäre Missionen, Transportlogistik, Such- und Rettungseinsätze. Die Hauptflotte besteht aus Hubschraubern vom Typ Mi-8/17, die das Unternehmen in verschiedenen Regionen der Welt betreibt, insbesondere in afrikanischen Ländern. Unternehmensleiter Wladislaw Klipachenko beschrieb eine solche Umstationierung als «komplexes Logistikprojekt, das keinen Raum für Fehler lässt».
Griechenland erweitert parallel sein Luftfahrzeug-Feuerwehrflugzeug systematisch: Im April 2025 unterzeichnete das Land einen Vertrag mit Airbus Helicopters für acht H215-Maschinen im Rahmen des Programms «Aegis» — doch diese Hubschrauber sind noch nicht im Dienst. Daher verlässt sich Athen in der Hochsaison der Brände immer noch auf die prompte Inanspruchnahme externer Betreiber.
Breiterer Kontext: Ukraine in der globalen Luftfahrtnische
- Ukrainische Luftfahrtbetreiber gewinnen weiterhin internationale Verträge in Segmenten, in denen Zuverlässigkeit und Erfahrung unter schwierigen Bedingungen kritisch sind.
- Mi-8MTV-1 — eine Version mit stärkeren TV3-117VM-Triebwerken, ausgelegt für den Betrieb unter Hitze- und Hochgebirgsbedingungen, was sie besonders für die Waldbrandbekämpfung geeignet macht.
- Für H3Operations ist diese Mission keine Ausnahme: Das Unternehmen hat bereits Erfahrung in Afrika, wo logistische Unvorhersehbarkeit die Norm ist.
Die griechische Brandsaison 2025 ist noch nicht abgeschlossen, und die Nachfrage nach Luftressourcen bleibt bis mindestens September bestehen. Die Frage stellt sich nicht, ob weitere solche Notfalleinsätze erforderlich sein werden, sondern ob Griechenland genug Zeit und Budget hat, Langzeitverträge mit bewährten Betreibern abzuschließen, bevor die eigene Airbus H215-Flotte einsatzbereit ist.