Das ukrainische Außenministerium antwortet Ungarn auf den Transitsstopp über die Pipeline 'Druzhba' — was das für die Energiesicherheit bedeutet

Der Sprecher des Außenministeriums reagierte scharf auf die Vorwürfe aus Budapest nach der Beschädigung einer Ölpipeline: Es gehe nicht um die Ukraine, sondern um die Folgen des russischen Beschusses und die Abhängigkeit der Nachbarn von russischem Öl.

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Фото: МЗС

Kurz

Das Außenministerium der Ukraine wies die Vorwürfe Ungarns zurück, Kiew verzögere angeblich absichtlich die Wiederaufnahme des Transits von Öl durch die Pipeline «Дружба». Der Sprecher des Außenministeriums, Георгій Тихий, betonte, dass die Unterbrechungen durch einen russischen Angriff auf die Infrastruktur verursacht worden seien und dass die Kritik aus Budapest diesen Kontext nicht berücksichtige.

Was passiert ist

Am 27. Januar griffen russische Truppen Anlagen der Pipeline «Дружба» in der Oblast Lwiw an, wodurch kritische Ausrüstung beschädigt und die Öltransporte gestoppt wurden. Am 18. Februar kündigten Ungarn und die Slowakei an, den Export von Dieselkraftstoff in die Ukraine als Reaktion auf die Einstellung des Transits einzustellen.

Position der Ukraine

„In einer solchen Situation erscheint es uns seltsam... dass von ungarischer Seite keine Erklärungen mit einer klaren Zuschreibung vorliegen, dass Russland die Pipeline, ihre geliebte ‚Öl‑Nadel‘, beschossen hat. Und nun werden ausgerechnet Anschuldigungen gegen die Ukraine laut. Das ist völlig unlogisches Verhalten.“

— Георгій Тихий, Sprecher des Außenministeriums

Тихий fügte hinzu, dass er die Abhängigkeit Ungarns von russischem Öl mit einer „Drogensucht“ vergleiche, womit er die politische und technische Verwundbarkeit der Länder, den langwierigen Wechsel von einem Lieferanten und die Unwilligkeit, nach Alternativen zu suchen, meinte.

Technische und rechtliche Nuancen

Der Transitvertrag zwischen Ukrtransnafta und «Transneft» wurde 2019 verlängert und läuft formal bis zum 1. Januar 2030. Die tatsächlichen Förderkapazitäten hängen jedoch vom Zustand der Anlagen nach den Beschädigungen ab und nicht allein von rechtlichen Vereinbarungen. Die Ukraine betont, dass alternative Routen für Lieferungen in die Region existieren – insbesondere die Adria-Pipeline, die laut dem Sprecher „einsatzbereit“ sei.

Position der Nachbarn und Folgen

Ungarn und die Slowakei erklären, die Einstellung des Transits sei das Ergebnis von Handlungen der Ukraine. Kiew hält dagegen: Es sei die Folge eines direkten Angriffs Russlands und kein absichtliches Blockieren. Für die Region bedeutet das eine Verschärfung der Frage der Energiesicherheit und eine Beschleunigung von Entscheidungen zur Diversifizierung der Lieferungen.

Warum das für die ukrainische Leserschaft wichtig ist

Es ist nicht nur ein diplomatischer Streit. Die Frage des Transits und seiner Wiederaufnahme beeinflusst die regionale Stabilität, die Logistik der Kraftstoffversorgung und letztlich die Preise und die Verfügbarkeit von Energieträgern in den Grenzregionen. Die Ukraine dokumentiert den Angriff auf die Infrastruktur und erwartet von ihren Partnern eine geschäftsorientierte Reaktion – vom Dialog bis zu praktischen Schritten zur Sicherung alternativer Routen.

„Aber leider sehen wir nicht einmal Versuche, sich von der Abhängigkeit vom russischen Öl zu befreien; im Gegenteil – entgegen der Politik der Europäischen Union – sehen wir Bestrebungen, so lange wie möglich an dieser Nadel zu bleiben. Das erinnert an Drogensucht.“

— Георгій Тихий, Sprecher des Außenministeriums

Fazit

Dieser Vorfall unterstreicht drei wichtige Punkte: Erstens ist die physische Sicherheit der Energieinfrastruktur eine Frage der nationalen Sicherheit; zweitens sind rechtliche Verpflichtungen und die tatsächlichen Möglichkeiten von Reparatur und Transport unterschiedliche Dinge; drittens ist das Problem für die Nachbarn der Ukraine eine Mahnung an die Notwendigkeit der Energie‑Diversifizierung. Nun sind die Partner am Zug: Werden diplomatische Erklärungen in konkrete Schritte zur Wiederherstellung des Transits umgesetzt oder in Projekte, die die Region von der „Öl‑Nadel“ Russlands lösen?

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