Kurz
Die Firma «Нібулон» hat im Rahmen des Programms develoPPP 7,8 Mio. Euro von der deutschen DEG Impulse gGmbH erhalten. Der Pressemitteilung zufolge sollen die Mittel für den Bau einer 90‑Meter‑Meeresplattform zur Räumung von Gewässern verwendet werden.
„Das Schiff wird sich mit der Reinigung von verminten Gewässern unter Einsatz unbemannter Unterwassersysteme befassen, insbesondere ROV, AUV und anderer UUS.“
— Pressestelle «Нібулон»
Technische Möglichkeiten und Einsatzgebiet
Die Plattform ist für den Einsatz mit unbemannten Unterwasserfahrzeugen (ROV — ferngesteuerte, AUV — autonome und andere UUS) ausgelegt. Nach Unternehmensangaben kann sie sich an der Räumung von mehr als 10 km² im Schwarzen Meer und auf Binnenwasserstraßen in den Regionen Mykolajiw und Cherson beteiligen — Regionen, die für den sicheren Getreideexport von zentraler Bedeutung sind.
Wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Effekt
Es geht zugleich um die Sicherheit der Schifffahrt und um industrielle Widerstandsfähigkeit: Der Bau wird von der Werft «Нібулон» übernommen — dem einzigen arbeitenden Schiffbauunternehmen auf dem freien Gebiet der Ukraine. Für die Exportlogistik und den Agrarsektor sind offene und sichere Häfen keine Abstraktion, sondern haben direkte Auswirkungen auf die Einkommen der Landwirte und die Devisenströme des Landes.
Sozialer Beleg: «Нібулон» hat seit dem Frühjahr 2023 offiziell den Status eines Betreibers humanitärer Räumarbeiten und hat in drei Jahren rund 7.300 ha geräumter landwirtschaftlicher Flächen wieder in Nutzung gebracht. Zuvor hatte das Unternehmen bereits einen Zuschuss in Höhe von 4,8 Mio. € vom BMZ im Rahmen derselben Initiative für die Anschaffung spezieller Technik erhalten — nun wird das Projekt auf den maritimen Bereich ausgeweitet.
Kontext und Risiken
Die Finanzierung durch develoPPP und die Unterstützung deutscher Institutionen (DEG, BMZ) sind ein Vertrauenssignal seitens Investoren und Partnern. Gleichzeitig erfordert die Räumung im Meer die Koordinierung mit Militär und Küstenwache, die technische Wartung der unbemannten Systeme und eine weitere Skalierung, damit die Plattform Teil einer dauerhaften Infrastruktur wird und nicht nur eine einmalige Lösung.
Wie geht es weiter
Das Projekt verbindet drei wichtige Bereiche: die Sicherheit der Seewege, die Unterstützung des nationalen Schiffbaus und den wirtschaftlichen Nutzen durch die Wiederherstellung des Exports. Nun sind Prüfungen, die operative Integration mit den zuständigen Diensten und die Gewinnung zusätzlicher Partner zur Skalierung der Operationen entscheidend.
Ob dieses Projekt Modell für die Wiederherstellung sicherer Seewege werden und zugleich die Industrie unterstützen kann, wird von der Geschwindigkeit der Koordination zwischen Privatsektor, internationalen Gebern und dem Staat abhängen.