Ein Teilnehmer ist kein Wettbewerb: ARMA beginnt erneut mit der Suche nach einem Manager für "Morshynska", während das Gericht entscheidet, ob dieser überhaupt erforderlich ist

Der Ausschreibungswettbewerb der ARMA für IDS Ukraine ist wegen nur einer Bewerbung gescheitert, doch das eigentliche Problem liegt tiefer: Das Unternehmen erklärt, dass jeder Verwaltungsvertrag wegen einer Gesetzeslücke nichtig wäre, und der Oberste Antikorruptionsgericht könnte das Vermögen in wenigen Monaten zugunsten des Staates konfiszieren.

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Виробництво Моршинської на заводі Оскар у Моршині (Фото надано прес-службою компанії)

Die Agentur für Suche und Vermögensmanagement (ARMA) kündigt einen neuen Ausschreibungsverfahren für die Verwaltung der IDS Ukraine-Gruppe an – des Eigentümers der Marken „Morschynska" und „Myrhorodska". Der formelle Grund: Das erste Ausschreibungsverfahren erhielt nur ein Angebot, die Wettbewerbsauswahlverfahren zwingen zum Neubeginn. Doch hinter dem technischen Fehler verbirgt sich eine deutlich komplexere Konfrontation.

Warum Kandidaten nicht eilten

Das erste Ausschreibungsverfahren, das am 28. November 2025 angekündigt wurde, erhielt noch vor Abschluss eine Beschwerde beim Antimonopolausschuss: potenzielle Teilnehmer wiesen auf diskriminierende Anforderungen in der Dokumentation hin. Das WAKS wiederum stellte fest, dass direkte Konkurrenten von IDS Ukraine zum Ausschreibungsverfahren zugelassen wurden – was dem neuen Gesetz „Über ARMA" widerspricht, das nach dem 30. Januar 2026 in Kraft trat.

Aber der Haupthemmfaktor ist das finanzielle Risiko für den potenziellen Verwalter. IDS Ukraine selbst warnte öffentlich: Gerichtsbeschlüsse zur Beschlagnahme ihrer Unternehmensrechte enthalten nur ein Veräußerungsverbot für Aktien, aber kein Nutzungsverbot.

„Aufgrund der Gesetzesänderungen vom Juli 2025 darf ARMA nur über jene Unternehmensrechte verfügen, auf die das Gericht gleichzeitig ein Verfügungs- und Nutzungsverbot verhängt hat. Im Fall von IDS Ukraine fehlt das Nutzungsverbot – daher wird der Verwaltungsvertrag, den der Ausschreibungssieger unterzeichnet, als nichtig angesehen."

Offizielle Position von IDS Ukraine

Die Folge: Der Verwalter muss monatlich Mittel in den Staatshaushalt überweisen – auch wenn der Vertrag rechtlich nicht gültig ist. Wer sich darauf einlässt, riskiert, eigene Ressourcen ohne Rechtsgarantien für deren Rückgabe auszugeben.

Ein Vermögenswert im Wert von über 5 Mrd. UAH mit tickender Uhr

Der Gesamtnennwert der Unternehmensrechte und Aktien der Unternehmensgruppe im neuen Ausschreibungsverfahren beträgt 53,45 Mio. UAH. Aber das reale operative Gewicht ist deutlich größer: 2025 erzielte IDS Ukraine einen Umsatz von 7,4 Mrd. UAH, was 8,2% über dem Vorjahr liegt.

Die Vermögenswerte werden seit Herbst 2022 von ARMA verwaltet – seit das Gericht der Agentur die Unternehmensrechte der Gruppe übertragen hatte, einschließlich der Fabriken Myrhorodska und Morschynska. Der erste Verwalter war im März 2023 die LLC „Karpaten-Mineralwässer", aber im April 2025 kündigte ARMA den Vertrag – nach Aussage der früheren Leiterin der Agentur Olena Duma lehnte der Verwalter selbst die Erfüllung der Bedingungen ab, weil die geltende Gesetzgebung die Zusammenarbeit ohne Genehmigung durch sanktionierten Personen verbietet.

Nun kommt ein weiteres Element des zeitlichen Drucks hinzu. Das Justizministerium reichte im September 2024 bei WAKS eine Klage auf Einziehung der IDS Ukraine-Vermögenswerte zugunsten des Staates ein – als Vermögen im Zusammenhang mit sanktionierten Aktionären: Mikhail Fridman, Pyotr Aven und Andrey Kosogov. Nach Angaben des Unternehmens selbst verbleiben bis zum Abschluss des Verfahrens vier Verhandlungen; eine endgültige Entscheidung wird in zwei bis drei Monaten erwartet. Nach der Konfiskation geht der Vermögenswert in den Staatlichen Vermögensfonds über, und der ARMA-Vertrag endet automatisch.

Was sich in den neuen Regeln geändert hat

ARMA behauptet, dass das neue Ausschreibungsverfahren nach aktualisierten Anforderungen der Agenturreform durchgeführt wird: strengere Auswahlkriterien für Kandidaten, verstärkte Kontrollmechanismen für die Verwaltung strategischer Vermögenswerte. Die stellvertretende Leiterin von ARMA, Yaroslava Maksymenko, bestätigte, dass das vorherige Verfahren gerade durch technische Beschwerden blockiert wurde – und die nächste Runde soll dies berücksichtigen.

  • Das Ausschreibungsverfahren wird durch das Prozorro-System durchgeführt (Ausschreibung №UA-2026-05-15-012698-a)
  • Nennwert der Unternehmensrechte: 53,45 Mio. UAH
  • Der Verwalter ist verpflichtet, monatlich Einnahmen in den Staatshaushalt zu überweisen
  • Direkte Konkurrenten von IDS Ukraine werden zum neuen Ausschreibungsverfahren nicht zugelassen – gemäß dem neuen Gesetz „Über ARMA"

Allerdings hebt keine dieser Klarstellungen die zentrale rechtliche Frage zur Art der Beschlagnahme auf – die nur von einem Gericht, nicht vom ARMA-Regulativ, gelöst werden kann.

Sollte WAKS eine Konfiskationsentscheidung treffen, bevor ARMA das neue Ausschreibungsverfahren abschließt und der neue Verwalter zumindest einige Monate arbeiten kann – wird das Ausschreibungsverfahren zur Form um der Form willen. Die Frage ist, ob es einen Teilnehmer gibt, der sich bewusst dafür bereit erklärt.

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