Erhöhung der Preisdeckel reduzierte Abschaltungen um anderthalb Stufen — wie das Haushalte und die Wirtschaft schützt

Die NKREKP teilt mit: Höhere Höchstpreise ermöglichten einen Rekordimport und verkürzten die Dauer der Stromabschaltungen. Wir erklären, warum die Entscheidung getroffen wurde und welche Risiken weiterhin bestehen.

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Юрій Власенко (Фото: Міненерго)

Kurz

Die Erhöhung der Höchstpreise auf dem Strom-Großhandelsmarkt in den Tagesstunden hat nach Angaben der НКРЕКП die Dauer der Abschaltungen um etwa anderthalb Abschaltrunden verkürzt. Über die Wirkung der Mechanismusänderung sprach der Vorsitzende der Regulierungsbehörde, Юрій Власенко, bei einer Sitzung der Верховної Ради.

Warum das geschah

Mitte Januar erhöhte die Regulierungsbehörde die Preisobergrenzen nach einer Serie von Raketen‑ und Drohnenangriffen auf das Energiesystem. Infolge von Beschädigungen und erzwungenen Einschränkungen bestimmter Kraftwerkstypen erreichten die Verluste an verfügbarer Erzeugungskapazität in Spitzenzeiten einen hohen Prozentsatz des Verbrauchs.

„In Spitzenzeiten erreichten die Verluste an verfügbarer Erzeugungskapazität bis zu 40% des tatsächlichen Stromverbrauchs im Land. Das bedeutet, dass fast die Hälfte des Bedarfs ohne den Einsatz von Notreserven, Importen oder Verbrauchsbeschränkungen nicht durch die inländische Erzeugung gedeckt werden konnte.“

— Юрій Власенко, Vorsitzender der НКРЕКП

Wie die Anhebung der Preisobergrenzen geholfen hat

Die erhöhte Obergrenze setzte ein wirtschaftliches Signal an den Markt: Import wurde attraktiver und die Importmengen stiegen deutlich an. In der ersten Dekade Februar, so die Regulierungsbehörde, hat sich der Import im Vergleich Anfang Januar fast verdoppelt — die täglichen Lieferungen erreichten etwa 50 000 MWh, oder knapp 20% des Tagesverbrauchs. Das verringerte die Belastung der inländischen Erzeugung und reduzierte die Abschaltungen.

„Es wurden Rekordmengen importierter elektrischer Energie mobilisiert... Dies ermöglichte, die Dauer der Stromabschaltungen für die Verbraucher in der Ukraine um anderthalb Runden zu reduzieren.“

— Юрій Власенко, Vorsitzender der НКРЕКП

Technische Details der Entscheidung

Gemäß dem Beschluss der НКРЕКП ist vom 17. Januar bis einschließlich 30. März auf dem Markt 'für den nächsten Tag' und dem Intraday‑Markt der maximale Grenzpreis auf 15 000 UAH/MWh festgesetzt, und für den Ausgleichsmarkt auf 16 000 UAH/MWh in allen Stunden.

Was das für Menschen und Unternehmen bedeutet

Die Entscheidung hatte einen kurzfristigen Effekt auf die Verfügbarkeit von Energie — weniger Abschaltungen bedeuten eine stabilere Betriebsweise von Unternehmen und Haushalten. Höhere Höchstpreise können sich jedoch auch auf Großhandels‑ und möglicherweise auf Einzelhandelspreise auswirken. Daher ist es wichtig, dass Regulator und Regierung parallel in zwei Richtungen handeln: jetzt Importe und Reserven sichern und zugleich die Wiederherstellung der eigenen Erzeugung sowie Investitionen in die Netzresilienz beschleunigen.

Analyse und Ausblick

Die Entscheidung der НКРЕКП ist eine rationale Antwort auf Ressourcenknappheit und externen Druck (unter anderem den Preisanstieg auf benachbarten europäischen Märkten). Der soziale Effekt — die Verringerung der Abschaltungen — ist bereits spürbar. Der nächste Schritt muss technisch‑wirtschaftlich sein: die Verwundbarkeit des Systems durch Diversifizierung der Versorgung reduzieren, soziale Garantien für die besonders schutzbedürftigen Verbraucher aufrechterhalten und die Reparatur sowie Modernisierung der Erzeugung fördern.

Jetzt ist die Frage an die Marktverantwortlichen und internationalen Partner: Inwieweit wird diese vorübergehende Entlastung in eine nachhaltige Stärkung der Energiesicherheit der Ukraine übergehen?

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