Polnisches Unternehmen Maspex kauft 80% von "Karpatskyy Dzherelna" — Geschäft vom 1. Juni wurde durch AMKU-Genehmigung öffentlich

Die größte polnische private Lebensmittelgruppe hat sich an dem Hersteller von "Karpats­ka dzherelna", "Sokovynka" und Gonzo beteiligt. Gründer Serhiy Ustenko behielt 20% durch ein zyprisches Offshore-Unternehmen.

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Фото: Карпатська джерельна / Facebook

Maspex Group — eine polnische Lebensmittelgruppe mit einem Portfolio von Marken von Tymbark bis Żubrówka und Becherovka — hat 80% der Unternehmensgruppe „Karpaten-Mineralwässer" erworben. Das Geschäft wurde am 1. Juni 2025 abgeschlossen, aber die Details wurden erst bekannt, nachdem das Antimonopol-Komitee der Ukraine am 20. November die entsprechende Entscheidung veröffentlichte.

Was genau wurde verkauft und zu welchem Preis

„Karpaten-Mineralwässer" ist nicht nur Wasser. Das Unternehmen produziert die Marken „Karpaten-Quellwasser", „Sokovynka" und Gonzo, und der Umsatz des Handelshauses im Jahr 2025 betrug 2,2 Milliarden UAH — 13% mehr als im Vorjahr. Die Bewertung des Geschäfts durch Marktanalysten wird auf 30–50 Millionen USD geschätzt. Die offizielle Summe wurde nicht offengelegt.

Der Gründer und CEO der Gruppe, Sergij Ustenko, behielt 20% des Unternehmens — allerdings nicht direkt: Nach Angaben von Opendatabot ist dieser Anteil über das zypriotische Unternehmen Dynalum Finance Ltd strukturiert, dessen Letztbegünstigter er selbst ist.

„80% gehören den Partnern, 20% bleiben bei mir".

Sergij Ustenko, Gründer und CEO von „Karpaten-Mineralwässer", Forbes.ua

Warum Maspex und warum jetzt

Maspex ist eines der größten Unternehmen Zentral- und Osteuropas im Segment der Lebensmittel und Getränke. Neben Säften und Mineralwasser kontrolliert die Gruppe die Alkoholmarken Żubrówka, Soplica und Becherovka. Der Einstieg in das Kapital eines ukrainischen Herstellers ist eine Wette auf das Wachstum der Nachfrage nach dem Wiederaufbau, nicht auf einen stabilen Markt in Kriegszeiten.

Parallel dazu führt „Karpaten-Mineralwässer" ein umfassendes Investitionsprogramm durch: Das Unternehmen unterzeichnete eine Kreditvereinbarung mit der EBWE über 11 Millionen EUR und baut eine zweite Fabrik in der Nähe des Dorfes Khmeleva in der Region Lwiw — die Inbetriebnahme ist für 2026 geplant. Das Projekt wurde bereits ab 2021 diskutiert, aber die vollständige Invasion verzögerte es.

Eigentumsstruktur nach dem Geschäft

  • 80% — Maspex Group (Polen)
  • 20% — Dynalum Finance Ltd (Zypern), Letztbegünstigter — Sergij Ustenko
  • Im Mai 2026 wechselte die Leitung des Handelshauses, und unter den Gründern erschien die juristische Person „Maspex-Gruppe"

Das AMKK genehmigte auch eine Vereinbarung über Wettbewerbsbeschränkung und Abwerbungsverbot zwischen Maspex, Dynalum Finance und einem ungenannten ukrainischen Bürger — eine Standardklausel bei M&A-Transaktionen, aber deren Vorhandensein bedeutet, dass Ustenko in seinem Recht eingeschränkt ist, einen Konkurrenten für einen bestimmten Zeitraum zu gründen.

Ein Signal für den Markt

Dies ist nicht die erste polnische M&A-Transaktion in der Ukraine, aber eine der wenigen, bei der der Käufer ein privates (nicht börsennotiertes) Unternehmen mit Einnahmen im Milliarden-Euro-Bereich ist, das sich bewusst Kriegsrisiken aussetzt. Der Markt für Mineralwasser in der Ukraine bleibt fragmentiert: Neben „Karpaten" konkurrieren „Morshynska" (IDS Borjomi), „Myrohorod" und lokale Akteure.

Falls die neue Fabrik in der Region Lwiw 2026 in Betrieb geht und Maspex die operative Kontrolle über den Vertrieb erhält — die Frage ist, ob die Gruppe die ukrainischen Kapazitäten für die Lieferung auf den polnischen und breiteren europäischen Markt nutzen möchte oder sich auf internes Wachstum beschränkt.

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