Die USA prognostizieren eine Steigerung der Förderung Venezuelas um 30–40 % im Jahr 2026 — was bedeutet das für den Markt und die Sicherheit?

Der US-Energieminister sprach von einem möglichen Anstieg der Förderung um 300.000–400.000 Barrel pro Tag — das könnte die Preise, die Geopolitik der Energieressourcen und Sanktionsinstrumente beeinflussen und ist auch für die Ukraine von Interesse.

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Фото: EPA / HENRY CHIRINOS

Worum es geht

Laut Bloomberg schätzte der US-Energieminister Chris Wright in Paris bei einem Treffen der Energieminister der Internationalen Energieagentur, dass die Ölproduktion in Venezuela 2026 um 30–40% steigen könnte – also um etwa 300.000–400.000 Barrel pro Tag. Wright zufolge gebe es „großes Interesse“ unter Unternehmen, die auf den venezolanischen Markt zurückkehren möchten.

Kontext

Nach den von den USA 2017 verhängten Sanktionen ging die Förderung in Venezuela etwa um die Hälfte zurück. Gleichzeitig trafen die Behörden in Washington Entscheidungen über die Verwendung der Verkaufserlöse – ein Teil des Öls könnte „unbefristet“ verkauft werden, und die Einnahmen sollen „für das venezolanische Volk“ verwendet werden. Es gab in der Vergangenheit auch Anordnungen, bestimmte Gelder auf Konten im US-Finanzministerium einzufrieren.

Vor diesem Hintergrund prüfen andere Marktteilnehmer, insbesondere Indien, die Lieferungen: staatliche Raffinerien erhielten den Auftrag, eine Erhöhung der Käufe von US- und venezolanischem Öl in Erwägung zu ziehen, während die Käufe russischer Rohstoffe schrittweise reduziert werden.

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Wirtschaftliche Dimension. Zusätzliche Barrel auf dem Weltmarkt könnten den Preisdruck auf Energieträger teilweise abmildern, was sich positiv auf die Haushalte der europäischen Partner und indirekt auf die Kosten für Logistik und den Wiederaufbau der Infrastruktur in der Ukraine auswirken würde.

Geopolitische Dimension. Ein erweitertes Angebot aus Lateinamerika verändert die Versorgungslandschaft und könnte die Handlungsspielräume russischen Öls auf einzelnen Märkten verringern. Gleichzeitig stärkt die Öffnung des venezolanischen Marktes die Rolle kommerzieller Interessen in Sanktionsfragen – das erfordert eine sorgfältige Abstimmung zwischen Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen der Partner der Ukraine.

Risiken. Ein kurzfristiger Preisrückgang löst nicht die Struktur des Marktes: Die Preise bleiben anfällig für geopolitische Schocks, und Einnahmen aus dem Verkauf von Energieträgern könnten erneut zu einem Instrument der Einflussnahme in der Region werden.

„Unter den Unternehmen, die den venezolanischen Markt betreten wollen, besteht großes Interesse“

— Chris Wright, US-Energieminister (laut Bloomberg)

Fazit

Eine Erhöhung der Förderung in Venezuela könnte den Weltmarkt etwas entlasten und die Verteilung kommerzieller Interessen verändern. Für die Ukraine ist jedoch etwas anderes wichtiger: Können die internationalen Partner den wirtschaftlichen Nutzen mit einer langfristigen Sicherheitsstrategie verbinden, damit die Veränderung im Energiesektor den Sanktionsdruck auf diejenigen, die die Aggression finanzieren, nicht abschwächt?

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