Russische Truppen führten am Morgen des 11. September gleichzeitig Anschläge auf zwei Tankstellen in Kiew durch. Nach Angaben des Bürgermeisters und Vorsitzenden der KMDA Vitali Klitschko befindet sich eine Tankstelle im Dniprowski-Bezirk am linken Ufer, die andere im Obolonski-Bezirk am rechten Ufer.
Am Vortag bombardierten die Besatzer zum ersten Mal gezielt eine Tankstelle in Kiew und zerstörten eine Ukrnafta-Tankstelle im Holossijiwski-Bezirk. Zwei aufeinanderfolgende Anschläge auf Objekte dieser Art deuten auf einen Taktikwechsel hin und nicht auf Zufall.
Wie kritisch sind die Verluste
Dmitro Ljoushkin, Gründer der Kraftstoffgruppe des Unternehmens „Prime", schrieb auf Facebook, dass solche Tankstellen in weniger als einem Monat wieder in Betrieb genommen werden können, daher ist die wichtigste Sache während der Anschläge, Menschenverluste zu vermeiden.
An Tankstellen sollte man sich von nun an nur noch betanken und dies so schnell wie möglich tun, bemerkte Ljoushkin.
Andere Marktteilnehmer sagten LIGA.net auch, dass die Beschädigung einer Tankstelle nicht unbedingt deren Außerbetriebnahme bedeutet. Unternehmen stellen ihre Stationen ständig wieder her, und im Falle von geringfügigen Schäden versuchen die Netzwerke, den Betrieb der Anlage am selben Tag wiederherzustellen.
Insgesamt gibt es in der Ukraine etwa 5000–6000 Tankstellen, daher führt selbst eine Serie von Angriffen auf mehrere Objekte nicht zu einem Treibstoffmangel in nationalem Maßstab.
Erfahrungen aus Frontregionen
- Mitte Juni wurden die letzten Tankstellen in Trostjanez durch russische Anschläge zerstört. Am 2. Juli begann die Behörde der Region Sumy mit der Bereitstellung mobiler Tankstellen.
- Am 9. August zerstörten die Russen alle Tankstellen in der Opischnjanska-Gemeinde der Region Poltawa, 85 km von der Grenze zur Russischen Föderation entfernt.
- Olha Wasilewska-Smagluk, Mitglied des Finanzausschusses des Parlaments für Finanz-, Steuer- und Zollpolitik, erklärte, dass für Gemeinden, in denen russische Anschläge alle stationären Tankstellen zerstört haben, ein rechtmäßiger Mechanismus für den Betrieb mobiler Tankstellen vorbereitet wird.
Falls die Anschläge auf Tankstellen in der Hauptstadt mit der gleichen Regelmäßigkeit andauern, wird sich die Frage nicht um Treibstoffmangel stellen, sondern darum, ob Marktbetreiber bereit sind, mobile Lösungen zu skalieren, die bereits in Frontgemeinden erprobt wurden.