Schlag gegen die Einnahmen des Kremls: Urals-Preise fallen auf den niedrigsten Stand seit Februar 2022

Die 14. Woche mit fallenden Preisen für russisches Öl — das ist keine bloße Statistik, sondern ein direkter Schlag gegen die Einnahmen Russlands. Warum das für die ukrainische Sicherheit wichtig ist und wie die Partner reagieren werden — wir erklären es kurz und sachlich.

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Was passiert ist

Die Exportpreise für russisches Öl setzen ihren Rückgang fort: Ende 2025 bis Anfang 2026 fielen sie auf Niveaus, die es seit Februar 2022 nicht mehr gab. Laut Bloomberg ist dies bereits die 14. Woche in Folge mit fallenden Preisen und gleichzeitig sinkenden Exportmengen.

„Der 14. Preisrückgang in Folge in Kombination mit geringeren Mengen hat dazu geführt, dass der Exportwert den tiefsten Stand seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 erreicht hat“

— Bloomberg

Kernzahlen: Im Durchschnitt über vier Wochen bis zum 4. Januar betrug der Bruttowert der russischen Ölexporte rund $960 Mio. pro Woche (minus ~10% gegenüber der Vorwoche). Separat lag der Wochenwert bei etwa $835 Mio. in den sieben Tagen bis zum 4. Januar (minus ~11% gegenüber der Vorwoche).

Die Urals-Preise in den Häfen der Ostsee und des Schwarzen Meeres sanken auf etwa $36,69 bzw. $34,82 pro Barrel; in einzelnen Wochen fiel der Preis auf $33–34 — die niedrigsten Niveaus seit der Pandemie. Die Pazifik-Marke ESPO wurde bei rund $47,55 pro Barrel gehandelt, Lieferungen nach Indien bei etwa $54,64.

Ähnliche Daten von Argus Media zeigen, dass Urals derzeit bei etwa 60% des Preises vom 1. Oktober gehandelt wird; ESPO hat rund 25% verloren, während Nordseeöl nur um etwa 10% nachgab.

Warum das passiert ist — und was dahinter steckt

Die Ursachen sind komplex, aber verständlich: eine kombinierte Wirkung aus Sanktionen, Preisbegrenzungen und logistischen Einschränkungen sowie einer sinkenden Nachfrage auf bestimmten Routen und bei einzelnen Käufern. Insbesondere haben die jüngsten US-Beschränkungen gegen große Exporteure (einschließlich Lukoil und Rosneft) deutlich nachgewirkt, wodurch die Preise für russische Sorten schneller fielen als die weltweiten Benchmarks.

Einfach gesagt: Wenn Käufer gezwungen sind, weniger zu zahlen oder ganz auf Abnahmen zu verzichten, sinken die Staatseinnahmen aus dem Ölsektor — das heißt, weniger Mittel für die Kriegsmaschinerie und andere Ausgaben des Regimes.

Was das für die Ukraine bedeutet

Für uns ist das ein strategischer Vorteil: geringere Einnahmen verringern die finanzielle Mobilisierung des Kreml-Apparats und verstärken die bereits wirksamen Sanktionseffekte. Gleichzeitig ist das keine automatische Niederlage für Russland: Es kann tiefere Rabatte suchen oder alternative Absatzkanäle erschließen sowie die Mobilisierung innerer Ressourcen und Repressionen beschleunigen, um Verluste auszugleichen.

Deshalb ist es wichtig, nicht nur den Preisverfall zu dokumentieren, sondern auch den diplomatischen und wirtschaftlichen Druck zu verstärken: Kontrolle von Sanktionsumgehungen, Preisbegrenzungen, enge Koordination mit den wichtigsten Käufern — all das verwandelt einen vorübergehenden Rückgang in eine langfristige Strategie zur Schwächung der finanziellen Basis des Aggressors.

Kurzfristige Prognose

Wenn die Partner den Druck aufrechterhalten und Russland keine einfachen Wege zur Kompensation eröffnen, könnten die niedrigen Preise mehrere Monate anhalten. Das verschafft der Ukraine Zeit, ihre Positionen an der Front zu stärken und die internationale Arbeit fortzusetzen. Risiken durch Re-Export, nachlassende Wirksamkeit von Sanktionen und die Suche nach neuen Käufern bleiben jedoch bestehen — daher muss systematisch gehandelt werden und man sollte sich nicht mit bloßen Statistiken zufriedengeben.

Quellen: Bloomberg, Argus Media. Ende Dezember 2025 unterstreichen russische Aussagen über „den Verlust von Billionen Dollar“ durch Preisdrückungen nur das Ausmaß des Einkommensschlags für das Regime.

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