In Zahlen: Umfang und Plan
Das Netzwerk UPG hat die Verwaltung von 563 Tankstellen übernommen, die zuvor unter den Marken ANP und Avias betrieben wurden. Davon hat das Unternehmen 25 Stationen gekauft, den Rest gemietet. In einem Interview mit LIGA.net teilte der Gründer von UPG, Wladimir Petrenko, mit, dass bislang 190 Standorte geöffnet sind und dass geplant ist, bis Ende 2026 alle 563 zu rekonstruieren und in Betrieb zu nehmen. Für die Wiederherstellung sind mindestens 200–250 Mio. UAH erforderlich.
Warum das für Verbraucher und Regionen wichtig ist
Die Erweiterung des Netzes ist nicht nur ein Geschäftsschritt. Eine größere geografische Präsenz bedeutet besseren Zugang zu Kraftstoff in den Regionen, Stabilisierung der Logistik und Arbeitsplätze. Gleichzeitig ist es ein großes Kapitalprojekt: der Bau einer neuen Station „im Stil von UPG“ kostet etwa 5 Mio. USD, die Rekonstruktion der alten ANP- und Avias-Standorte ist günstiger, bleibt aber angesichts hunderter Standorte eine beträchtliche Summe.
Energiekontext und Preislogik
Petrenko erklärt, dass globale Risiken die Margen beeinflussen: Durch die Eskalation im Nahen Osten und die zeitweilige Sperrung der Straße von Hormus verkauft UPG manchmal Diesel mit negativer Marge, was sich in Schwankungen der Preise in der Ukraine niederschlägt. Ein solcher externer Schock verändert die kurzfristige Preisdynamik, hebt aber nicht die strategische Notwendigkeit auf, das Netz wiederherzustellen.
„Wahrscheinlich werden wir uns in diesem Jahr auch mit der Anmietung neuer Stationen zurückhalten.“
— Wladimir Petrenko, Gründer von UPG (Interview LIGA.net)
„Zu unseren Prioritäten gehört es, weiterhin eigene riesige Erholungsanlagen zu bauen... Die Inbetriebnahme neu errichteter und übernommener Tankstellen wird es dem Unternehmen bereits in drei Monaten ermöglichen, in der Ukraine die Nummer eins nach Anzahl der Standorte zu werden.“
— Wladimir Petrenko, Gründer von UPG (Interview LIGA.net)
Zur Einordnung: Vor dem großangelegten Einmarsch war das Netzwerk, das mit der Gruppe «Privat» verbunden ist, eines der größten in der Ukraine. Nach der Verstaatlichung der Raffinerie von Kremenchuk und der Fragmentierung des Netzes gerieten Teile der Standorte in die Hände anderer Betreiber — und UPG nutzte dies, indem es das Netz unter Verwaltung nahm.
Fazit: Der Schritt von UPG ist zugleich Chance und Belastung. Das Netz kann die Verfügbarkeit von Treibstoff in den Regionen verbessern und die Infrastruktur stärken, doch dafür sind erhebliche Investitionen und stabile Lieferketten erforderlich. Die Frage an Staat und Markt lautet: Werden die Rahmenbedingungen geschaffen, damit sich diese Investitionen auszahlen, ohne die Verbraucher unnötig zu belasten?